Schöne Idee, langweilig umgesetzt

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ninao Avatar

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Mich hat die Geschichte irgendwie überhaupt nicht abgeholt. Dabei fängt das Buch so stark an. Sprachlich eindrücklich wird die Geschichte von Annie erzählt, die auf dem Meer aufwächst, weil ihre Eltern permanent mit dem Boot unterwegs sind. Ihr Jugendfreund Evan ist ihre große Liebe und alles ist eigentlich in bester Ordnung, bis ein Tsunami ihren Heimatort Hale's Landing verwüstet und ihr ihre Eltern nimmt, die gerade mit dem Boot draußen sind. Und bis sie den geheimnisvollen Walker am Strand findet, zu dem sie sich auf unerklärliche Weise hingezogen fühlt.

So weit so gut, das ist alles ganz nett und atmosphärisch beschrieben, aber die Geschichte tritt über weite Strecken komplett auf der Stelle und kommt nicht vom Fleck. Ich hatte im Vorfeld von Vergleichen mit "Die Frau des Zeitreisenden" und "Wild Dark Shore" (Die Rettung) gehört, zwei meiner absoluten Lieblingsbücher. Aber weder transportiert "Das Jahr der Wale" die innige und herzzerreißende Liebe, die Clare und Henry verbindet, noch kann es auch nur ansatzweise mit der hochspannenden und geheimnisvollen Geschichte von Charlotte McConaghy mithalten. Nach einem Zeitsprung im letzen Drittel wird es dann nur noch langweiliger. Das mystische Element, was sich im Zusammenhang mit Walker andeutet, wird dann auf den letzten 20 Seiten noch einmal aufgegriffen - und das hat mir wiederum sehr gut gefallen. Dieser Aspekt hätte für meinen Geschmack viel mehr Raum bekommen dürfen.