Träumerisch & märchenhaft! Für alle, die das Meer und Sagen mögen!

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Annie MacLeod war schon immer anders. Geboren wird sie im Wasser. In der Schule kann sie sich nicht eingewöhnen und das ganze Dorf glaubt, dass mit ihrer Mutter etwas nicht stimmt. Doch schon früh findet Annie im Halbwaisen Evan einen Freund und ab einem gewissen Alter auch mehr als das. Ein Tsunami reißt sie dann aus ihrem Leben und gibt allem eine neue Richtung – vor allem mit dem Auftauchen von Walker, einem rätselhaften, blassen Jungen, der Annie in seinen Bann zieht. In einer Zeit voller Umbruch muss Annie Entscheidungen treffen, die ihrem Leben eine neue Richtung geben.
Keinen Moment lang war mir langweilig in dem Debutroman Kelly Andersons. Sie ist Ärztin und leitet Schreibkurse - nun hat sie sich wohl an den großen Wurf gewagt. Mehr als die Figuren im Buch ist dies ein Werk über das Meer. Wer das Meer und Märchenhaftes mag, ist hier gut bedient. Es liest sich wie eine Liebeserklärung an das große Blau und ist für mich gut einzuordnen in eine neue Art Literatur à la Maja Lunde, oder Charlotte McConaghy in der immer die Natur und eine große Portion Umweltbewusstsein mitschwingt.
Die pazifische Nordwestküste und ihre Meereswesen spielen hier eine große Rolle. Die Sagen der Haida, Kwakiutl, Tlingit, etc. dienten als Vorlage für die Geschichte und die Autorin verwebt das durchaus gekonnt – wenn auch sehr vage. Einem Hardcore-Realisten würde ich dieses Buch nicht empfehlen. Es ist traumhaft und löst sich nur bis zu einem gewissen Grad auf.
Gerade dieser mystische Unterton ist etwas, das mir jedoch sehr gut gefällt und wenn Anderson auch nicht so gut das Gleichgewicht hält wie etwa Lars Mytting in seinen Werken, ist es schön sich in solchen Geschichten zu verlieren. Fairerweise ist anzumerken, dass dies wohl die Schwachstelle des Buches ist, aber für einen Debutroman finde ich es dennoch solide mit einer schönen Storyline.