Wasser - im Sog von Faszination und Zerstörung.

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
annetttaube Avatar

Von

Mich griff schon im Vorfeld die Thematik und das Buch holte mich letzten Endes auch ab. Der Schreibstil ist bildhaft und kann sehr gut die Charaktere sowie die Emotionen der Protagonisten widerspiegeln. Die Beschreibungen der Natur, speziell des Wassers, lassen einen förmlich eintauchen in die Settings und die Situationen. Die ungezügelte Kraft des nassen Elements und die nachfolgenden Zerstörungen werden schon fast pragmatisch und trotzdem eindringlich geschildert. Einige Längen sind im Roman vorhanden. Aber meiner Meinung nach braucht es diese auch, um die Geschichte wirken und nachhallen zu lassen. Ich hatte beim Lesen stets im Hinterkopf, dass eine solch verheerende Naturkatastrophe, im Prinzip jederzeit an jeder Küste der Erde passieren  kann. Was macht es mit Menschen, wenn sich in Minutenschnelle das eigene Zuhause, in einen unwirtlichen, fast schon lebensfeindlichen Landstrich verwandelt? Wie gehen sie mit dem Schock um, wie ist danach ihr Blick auf die Zukunft? All das wurde gut umgesetzt. Das Hauptthema ist aber Annies stete Verbindung zum Meer und zu den Walen. Aber auch ihre Zerrissenheit im Bezug auf Menschen die sie liebt. Letztere liegt wohl darin begründet, dass das Element Wasser, dem sie sich so verbunden fühlt, ihr das Liebste nahm was sie hatte, ihre Eltern.
Das Cover des Buches finde ich sehr schön, denn auch die Wale spielen eine Rolle in dieser Geschichte.