Wo das Meer die Antworten kennt

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Wo das Meer die Antworten kennt

Das Buch ist unwahrscheinlich laut und ruhig zur selben Zeit.
Annie ist zwischen zwei Welten aufgewachsen. Das Meer war für sie immer Heimat und Freiheit. Nach der Katastrophe ist plötzlich nichts mehr so, wie es war. Ihre Eltern sind verschwunden und Annie muss herausfinden, wohin sie selbst gehört. Dabei steht ihr Evan zur Seite. Gleichzeitig taucht jedoch mit Walker ein geheimnisvoller junger Mann auf, zu dem Annie eine ungewöhnliche Verbindung spürt.

Das Buch hat eine ganz besondere Atmosphäre. Schon der Tsunami zu Beginn sorgt für einen starken Einstieg. Danach wird die Geschichte ruhiger und nimmt sich viel Zeit für Annie, ihre Vergangenheit und ihren Verlust.

Besonders gefallen hat mir der bildhafte Schreibstil. Die Beschreibungen der Küste, des Wassers und der Natur haben sofort Bilder im Kopf entstehen lassen. Das Meer wirkt dabei gleichzeitig wunderschön und bedrohlich. So wie es eigentlich auch im wahren Leben der Fall ist.

Die wechselnden Zeitebenen fand ich gut und durch die Überschriften wusste man immer, wo man gerade ist. Dadurch erfährt man nach und nach mehr über Annie und ihre Familie. Gleichzeitig entstehen viele Fragen. Denn gerade Walker gibt der Geschichte eine mystische und geheimnisvolle Note. Allerdings hätte ich mir bei einigen dieser Fragen etwas mehr Klarheit gewünscht.

Mit Annie selbst hatte ich stellenweise Schwierigkeiten. Oft wirkte sie eher passiv und ließ die Dinge auf sich zukommen. Trotzdem konnte ich ihre Suche nach einem neuen Zuhause und nach sich selbst gut nachvollziehen.

Es ist eine melancholische Geschichte über Verlust, Liebe, Zugehörigkeit und die Frage, ob man dem Vertrauten folgen oder den Sprung ins Unbekannte wagen soll.

ISBN: 978-3426567371
Autorin: Kelly Anderson
Verlag: Droemer
ET: 01.09.26
Umfang: 384 Seiten