Zwischen der Gewalt des Meeres und der Suche nach dem eigenen Zuhause
Das Jahr der Wale von Kelly Anderson ist für mich vor allem eines: eine Liebeserklärung an das Meer – wunderschön, geheimnisvoll, aber gleichzeitig unberechenbar und zerstörerisch.
Annie MacLeod wächst ungewöhnlich auf. Einen großen Teil ihrer Kindheit verbringt sie mit ihren Eltern auf einem Segelboot vor der kanadischen Westküste und entwickelt dadurch eine ganz besondere Verbindung zum Ozean. An Land gibt es jedoch ebenfalls jemanden, der ihr viel bedeutet: ihren Kindheitsfreund Evan. Aus ihrer langjährigen Freundschaft entstehen mit der Zeit tiefere Gefühle. Doch dann verändert ein Tsunami innerhalb einer einzigen Nacht alles. Annie verliert ihre Eltern und rettet am Strand den schweigsamen Walker, zu dem sie von Beginn an eine kaum erklärbare Verbindung verspürt.
Besonders gefallen hat mir die Atmosphäre des Romans. Das Meer ist hier viel mehr als nur eine Kulisse. Es wirkt beinahe wie eine eigene Figur – mal beruhigend und vertraut, dann wieder bedrohlich und voller Geheimnisse. Kelly Anderson schreibt sehr bildhaft und poetisch, sodass ich die raue kanadische Küste beim Lesen regelrecht vor Augen hatte.
Auch Annie fand ich als Protagonistin spannend, gerade weil sie zwischen unterschiedlichen Welten steht. Evan bedeutet Sicherheit, Vertrautheit und Geborgenheit, während Walker für etwas steht, das sie selbst nicht richtig greifen kann. Dabei geht es für mich aber weniger um eine klassische Dreiecksliebesgeschichte als um die Frage, wer Annie eigentlich ist und welches Leben wirklich zu ihr gehört. Die Geschichte entwickelt sich zudem über einen größeren Zeitraum und greift Annies Leben sechs Jahre später erneut auf.
Man sollte allerdings wissen, dass der Roman eher ruhig erzählt wird. Teilweise verliert er sich etwas in seinen Beschreibungen und Gedanken, wodurch sich manche Abschnitte für mich länger angefühlt haben. Dafür lebt die Geschichte von ihrer melancholischen Stimmung, ihren außergewöhnlichen Bildern und dem leichten Hauch von Magie.
Besonders schön fand ich die Themen hinter der Geschichte: Liebe und Verlust, Familie, Zugehörigkeit, Naturverbundenheit und die Frage, ob der sichere Weg automatisch auch der richtige ist.
Ein ungewöhnlicher, poetischer und stellenweise fast märchenhafter Roman, der mich vor allem mit seiner Atmosphäre und seiner tiefen Verbundenheit zum Meer berührt hat. Eine Geschichte über das Verlorengehen und darüber, dass Zuhause manchmal weniger ein Ort als ein Gefühl ist.
Annie MacLeod wächst ungewöhnlich auf. Einen großen Teil ihrer Kindheit verbringt sie mit ihren Eltern auf einem Segelboot vor der kanadischen Westküste und entwickelt dadurch eine ganz besondere Verbindung zum Ozean. An Land gibt es jedoch ebenfalls jemanden, der ihr viel bedeutet: ihren Kindheitsfreund Evan. Aus ihrer langjährigen Freundschaft entstehen mit der Zeit tiefere Gefühle. Doch dann verändert ein Tsunami innerhalb einer einzigen Nacht alles. Annie verliert ihre Eltern und rettet am Strand den schweigsamen Walker, zu dem sie von Beginn an eine kaum erklärbare Verbindung verspürt.
Besonders gefallen hat mir die Atmosphäre des Romans. Das Meer ist hier viel mehr als nur eine Kulisse. Es wirkt beinahe wie eine eigene Figur – mal beruhigend und vertraut, dann wieder bedrohlich und voller Geheimnisse. Kelly Anderson schreibt sehr bildhaft und poetisch, sodass ich die raue kanadische Küste beim Lesen regelrecht vor Augen hatte.
Auch Annie fand ich als Protagonistin spannend, gerade weil sie zwischen unterschiedlichen Welten steht. Evan bedeutet Sicherheit, Vertrautheit und Geborgenheit, während Walker für etwas steht, das sie selbst nicht richtig greifen kann. Dabei geht es für mich aber weniger um eine klassische Dreiecksliebesgeschichte als um die Frage, wer Annie eigentlich ist und welches Leben wirklich zu ihr gehört. Die Geschichte entwickelt sich zudem über einen größeren Zeitraum und greift Annies Leben sechs Jahre später erneut auf.
Man sollte allerdings wissen, dass der Roman eher ruhig erzählt wird. Teilweise verliert er sich etwas in seinen Beschreibungen und Gedanken, wodurch sich manche Abschnitte für mich länger angefühlt haben. Dafür lebt die Geschichte von ihrer melancholischen Stimmung, ihren außergewöhnlichen Bildern und dem leichten Hauch von Magie.
Besonders schön fand ich die Themen hinter der Geschichte: Liebe und Verlust, Familie, Zugehörigkeit, Naturverbundenheit und die Frage, ob der sichere Weg automatisch auch der richtige ist.
Ein ungewöhnlicher, poetischer und stellenweise fast märchenhafter Roman, der mich vor allem mit seiner Atmosphäre und seiner tiefen Verbundenheit zum Meer berührt hat. Eine Geschichte über das Verlorengehen und darüber, dass Zuhause manchmal weniger ein Ort als ein Gefühl ist.