Zwischen Meer und Märchen

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duckyputz Avatar

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Annie wächst auf einem Segelboot auf, ist verschlossen und kommt nur selten an Land. Als sie sich entscheidet, an Land zu bleiben, während ihre Eltern wieder auf See gehen, löst ein Tsunami eine Katastrophe aus, die ihr Leben verändert. Erzählt wird in mehreren Abschnitten, die den Gezeiten folgen, mit Rückblenden aus der Sicht von Annie, ihren Eltern, ihrem Freund Evan und weiteren Familienmitgliedern.
Die Atmosphäre ist gut gelungen. Die Beschreibungen der kanadischen Westküste und des Lebens auf Vancouver Island sind bildhaft. diese Naturpassagen gehören zu den besten Stellen. Der Schreibstil ist teilweise poetisch und lässt sich aber leicht lesen. Durch die wechselnden Perspektiven bekommt man einen guten Einblick in Annies Gefühlswelt und kann die Ereignisse einordnen. Auch die dystopischen Elemente rund um die Naturkatastrophe und der Kontrast zur Stadt Vancouver wirken stimmig. Davon hätte es für mich gerne mehr geben dürfen.
Weniger überzeugend fand ich die Liebesgeschichten, die teilweise schwer nachvollziehbar sind. Einige Figuren handeln recht naiv, und manche Entscheidungen scheinen vor allem dafür da zu sein, die Handlung komplizierter zu machen. Der im Klappentext versprochene Heilungsaspekt wirkte auf mich nicht glaubhaft. Am meisten gestört haben mich die übernatürlichen Elemente. Sie entwickeln sich zunehmend in Richtung Fantasy und nehmen dem Naturthema etwas von der Wirkung, da die Natur auch ohne solche Zusätze eindrucksvoll genug ist.
Insgesamt ein atmosphärisches Buch mit starken Naturbeschreibungen und guter Grundidee, das durch zu viel Konstruiertes und die Fantasy-Anteile an Wirkung verliert.