Zwischen Verlust und der Suche nach dem eigenen Weg

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tanja_1983 Avatar

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„Das Jahr der Wale“ von Kelly Anderson hat mich viel stärker berührt, als ich zunächst erwartet hatte. Annie wächst auf dem Segelboot ihrer Eltern auf und fühlt sich dem Meer auf eine ganz besondere Weise verbunden. Als ein Tsunami ihr bisheriges Leben zerstört und ihre Eltern verschwinden, verändert sich für sie alles. Gleichzeitig tritt Walker in ihr Leben, zu dem sie von Beginn an eine ungewöhnliche Verbindung spürt. Besonders gefallen hat mir, wie stark die Natur in die Geschichte eingebunden ist. Das Meer ist nicht einfach nur Kulisse, sondern fühlt sich wie ein eigener Teil der Handlung an. Auch die Wale bekommen dadurch eine Bedeutung, die weit über schöne Naturbeschreibungen hinausgeht. Annie mochte ich sehr, gerade weil ihre Suche nach Zugehörigkeit nachvollziehbar erzählt wird. Sie muss herausfinden, wo ihr Zuhause ist und welches Leben wirklich zu ihr passt. Dabei spielen Verlust und Liebe eine große Rolle, ohne dass die Geschichte für mich kitschig wurde. Der Schreibstil ist bildhaft und lässt viele Szenen direkt vor dem inneren Auge entstehen. Gleichzeitig liest sich das Buch angenehm flüssig. Für mich eine wunderschöne Geschichte über die Verbundenheit mit der Natur und darüber, den eigenen Platz im Leben zu finden. Ganz klare fünf Sterne.