Ergreifend

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moosmutzel Avatar

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Es gibt Bücher, die ziehen einen in ihren Bann, obwohl man zwischendurch überlegt, ob man weiterlesen kann, weil einen der Herzschmerz so packt. Eigentlich sind Bücher für mich Fiktion und ich nehme das auch bewusst so war, jedoch gibt es Themen, die wenig an einem abprallen können und der Verlust des Partners gehört dazu. Man stellt sich unweigerlich die Frage, wie und ob überhaupt man nach so einem Schicksalsschlag weitermachen kann und da ist die Erwartungshaltung und der Umgang des eigenen Umfelds noch gar nicht einkalkuliert. Libby Page schaffte es, mir Tillys Gedankenwelt so offen zu legen, dass ich einfach völlig in diesem Buch versunken bin. Es ist einfach ohne Schnickschnack und mitten aus dem Leben. Ich war skeptisch, wie ich die Entwicklung zwischen Alfie und Tilly sehen soll, Liebesromane sind halt so gar nicht mein Ding, aber es passte gut in die ganze Story, auch wenn sowas natürlich nicht komplett ohne Kitsch auskommt.

Aber am Ende geht es um Bücher und das lässt mein Herz höher schlagen. Der Stil ist sehr angenehm zu lesen, durch die einzelnen (Buch)-Monate hat das Buch im Prinzip zwölf Kapitel, an jedem befinden sich noch ein paar Buchtipps (wirklich schöne Idee), Chatnachrichten stehen als Chatnachrichten im Text (keine Angst, das kommt gar nicht so oft und wenn dann passend vor) und so ist man am Ende selbst immer gespannt, welches Buch Joe für Tilly als nächstes ausgesucht hat und in der Bücherei auf sie wartet.

Ich habe es wirklich verschlungen und werde mir dann wohl auch weitere Bücher der Autorin mal genauer anschauen.