Im Nest der Impala

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takeamomentofmagic Avatar

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Psychische Erkrankungen im Jugendalter finden in der Jugend- und Gegenwartsliteratur noch zu wenig Gehör und Berücksichtigung.
Daher ist es vom Autor Stephan Lohse ein wirklich toller Move dieses Thema mit seinem neuestem Roman "Das Knistern im All" aufzugreifen.
Der Titel des Romans ist für mich sehr mysteriös. Man fragt sich die ganze Zeit, was ist dieses Knistern im All? Was löst es aus?
Auch das Cover des Buches, eine Impala in den Dünen von Amrum stehend, ist ein Eyecatcher und wahrscheinlich das schönste Buchcover des Jahres. Wir begleiten Matti in den letzten drei Jahren seiner Schulzeit. In der zehnten Klasse machen seine Freund*innen und er eine Fahrt auf die Insel Amrum, begleitet vom Lehrer Herrn Pöllisch.
Auf der Insel stehen einige ortstypische Aktivitäten an beispielsweise eine Wattwanderung und die Beobachtung von Wattwürmern unter Mikroskopen. Eines Nachts sieht Matti in den Dünen eine Antilope, genauer gesagt eine Impala, an diesem Punkt ist nichts mehr wie es war.
Im Roman werden die Themen Freund*innenschaft, Zusammenhalt, Alltag in einer psychiatrischen Klinik mit Mitpatient*innen sowie die Gefühls- und Gedankenwelt von psychisch erkrankten Personen im Jugendalter aufgegriffen. Ebenfalls fließen queere Themen mit in den Text ein. Der Schreibstil von Stephan Lohse ist sprachlich sehr besonders, daraufhin aber in Anbetracht, dass es sich auch um ein Jugendbuch handelt, nicht immer einfach zu lesen und zu verstehen. Daher kann es für jüngere Leser*innen eher herausfordernd sein, da einige Sätze sehr verschachtelt geschrieben sind. Dennoch ist dieses Buch reich an Metaphern und sehr tollen Formulierungen und Beschreibungen. In diesem Buch steckt auf wenigen Seiten, 167 um genau zu sein, sehr viel Inhalt zwischen den Zeilen. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen. Das Thema ist nicht einfach, aber bietet einen Blick hinter die Fassaden von psychisch erkrankten jugendlichen Personen. Vielen Dank an den Suhrkamp Verlag für das Rezensionsexemplar und an Stephan Lohse, dass er uns diese Geschichte geschenkt hat.