Knistern im Kopf
"„Jetzt. Jetzt. Gleich geht es los.“ Mir war nicht klar, was ich damit meinte. Die Flut, die Klassenfahrt, das Glück. Meine Gedanken waren wir Äste. Es war als würde die Insel mich austrocknen. Ich flüsterte noch einmal: „Jetzt.“ Dann wurde ich gepackt. Irgendjemand zog meinen steifen Körper über den Sand (…) allmählich erwachte ich aus der Erstarrung. (S. 22)"
Nach ein paar einführenden Seiten, auf denen Stefan Lohse den Schauplatz und wesentliche Protagonisten seines Buches „Das Knistern im All“ skizziert, habe ich die zitierte Passage zunächst wie einen fast schon atemberaubenden Einstieg in einen tiefgehenden „Coming of Age-Roman“ wahrgenommen.
Und tatsächlich werden auf den gut 150 Seiten zahlreiche Szenen ausgemalt, in denen der 15jährige Matti, mal aktiv, mal in seinem Kopf, mit den Anforderungen und Verlockungen des Lebens ringt. Dabei bewegt er sich innerlich und äußerlich zwischen seinem lieblosen Luxuselternhaus, seinem mal weniger, mal mehr geschätztem Lehrer, seiner durchaus heterogenen Klassengruppe und Irmi, einer unkonventionellen, empathischen „Galeristin“ auf der Insel.
Doch spätestens mit dem letzten Absatz stellt sich die Frage: Hat sich Matti durch seine Irrungen und Wirrungen weiterentwickelt oder bleibt er gefangen in seinem „Knistern im Kopf“:
"Ich musste eingeschlafen sein. Als ich die Augen öffnete, glomm fahles Licht aus dem Boden. Am Rand der Kuhle stand die Impala und sah uns aus polierten Augen an. „Eine Schwarzfersenantilope“, sagte meine Mutter. „Du kannst sie sehen?“ „Selbstverständlich.“ (…) Vorsichtig stieg die Impala zu uns in die Kuhle. (…) „Sie hat aber keinen Namen“, sagte ich. „Doch“, sagte meine Mutter und schnippte mit den Fingern. „Hat sie.“"(S. 167)
Leseempfehlung für Menschen, die ungewöhnliche Szenen, bildhafte Formulierungen und offene Ende mögen – auch als Futter für das Knistern im eigenen Kopf.
Nach ein paar einführenden Seiten, auf denen Stefan Lohse den Schauplatz und wesentliche Protagonisten seines Buches „Das Knistern im All“ skizziert, habe ich die zitierte Passage zunächst wie einen fast schon atemberaubenden Einstieg in einen tiefgehenden „Coming of Age-Roman“ wahrgenommen.
Und tatsächlich werden auf den gut 150 Seiten zahlreiche Szenen ausgemalt, in denen der 15jährige Matti, mal aktiv, mal in seinem Kopf, mit den Anforderungen und Verlockungen des Lebens ringt. Dabei bewegt er sich innerlich und äußerlich zwischen seinem lieblosen Luxuselternhaus, seinem mal weniger, mal mehr geschätztem Lehrer, seiner durchaus heterogenen Klassengruppe und Irmi, einer unkonventionellen, empathischen „Galeristin“ auf der Insel.
Doch spätestens mit dem letzten Absatz stellt sich die Frage: Hat sich Matti durch seine Irrungen und Wirrungen weiterentwickelt oder bleibt er gefangen in seinem „Knistern im Kopf“:
"Ich musste eingeschlafen sein. Als ich die Augen öffnete, glomm fahles Licht aus dem Boden. Am Rand der Kuhle stand die Impala und sah uns aus polierten Augen an. „Eine Schwarzfersenantilope“, sagte meine Mutter. „Du kannst sie sehen?“ „Selbstverständlich.“ (…) Vorsichtig stieg die Impala zu uns in die Kuhle. (…) „Sie hat aber keinen Namen“, sagte ich. „Doch“, sagte meine Mutter und schnippte mit den Fingern. „Hat sie.“"(S. 167)
Leseempfehlung für Menschen, die ungewöhnliche Szenen, bildhafte Formulierungen und offene Ende mögen – auch als Futter für das Knistern im eigenen Kopf.