Zwischen Leichtigkeit und dem Moment, in dem alles kippt
„Das Knistern im All“ hat mich vor allem durch seine unaufgeregte Art überzeugt. Stephan Lohse erzählt von Matti, vom Erwachsenwerden, von Freundschaft, erster Liebe und Sexualität – aber eben auch davon, was passiert, wenn die eigene Psyche plötzlich nicht mehr mitspielt. Dabei wird Mattis Erkrankung weder zum großen Drama aufgeblasen noch verharmlost. Sie ist da, verändert sein Leben und wird zu einem Teil seiner Geschichte, ohne ihn vollständig zu definieren.
Besonders mochte ich die Freundschaften im Buch. Dieses selbstverständliche Beieinanderbleiben, auch wenn einer gerade nicht „funktioniert“, gibt der Geschichte unglaublich viel Wärme. Gleichzeitig bewahrt sie sich eine gewisse Leichtigkeit und einen feinen Humor, obwohl sie durchaus schwere Themen berührt.
Ein kluger, sensibler Coming-of-Age-Roman über eine ziemlich komplizierte Zeit im Leben – manchmal traurig, manchmal komisch und vor allem sehr menschlich. Hat mich wirklich gern durch Mattis Geschichte begleitet.