Düsterer Sog.

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fönbo Avatar

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"Das letzte Buch von Marceau Miller" wirft die Leserin / den Leser unmittelbar in ein atmosphärisches Geflecht aus Literatur und Kriminalfall.

Im Mittelpunkt steht der mysteriöse Tod des titelgebenden Bestsellerautors am Fuße einer Felswand am Genfersee.

Die Sprache ist elegant und spiegelt die intellektuelle Welt der Buchbranche wider, in der der Roman spielt.

Die Rückblenden zu einem tragischen Ereignis vor zwanzig Jahren sind geschickt platziert und wecken sofort die Neugier.

Es ist diese Mischung aus psychologischem Tiefgang und klassischem Kriminalroman, die den Reiz ausmacht. Die Protagonistin Sarah wirkt mit ihrer ungestümen, naturverbundenen Art sehr authentisch und bietet einen starken Kontrast zur unterkühlten Welt des Erfolgs.

Dass der Autor die Faszination für den Genfersee so stark einfließen lässt, gibt der Geschichte eine fast schon magische Note.

Es deutet sich ein komplexes Verwirrspiel an, bei dem Realität und Fiktion gefährlich nah beieinanderliegen. Selten hat mich ein Einstieg so schnell davon überzeugt, dass hinter jeder scheinbaren Gewissheit ein Abgrund klafft.