Hinter der Fassade des Erfolgs

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
noiram Avatar

Von

Die Leseprobe zu „Das letzte Buch von Marceau Miller“ hat mich sofort in eine Welt voller Eleganz, aber auch untergründiger Spannungen entführt. Wir lernen Sarah kennen, die Frau eines berühmten Bestsellerautors, während einer glamourösen Premierenfeier. Doch hinter dem Glanz der Champagnergläser und den schmeichelhaften Worten der Gäste spürt man als Leserin sehr schnell, dass in dieser Ehe und im Leben von Marceau Miller nicht alles so perfekt ist, wie es nach außen scheint.
​Der Schreibstil ist angenehm flüssig und hat eine sehr beobachtende, fast schon distanzierte Note, die gut zu Sarahs Rolle als Ehefrau eines Stars passt. Besonders beeindruckt hat mich, wie greifbar die Einsamkeit ist, die Sarah empfindet, obwohl sie von Menschen umgeben ist. Die Art, wie sie beschreibt, dass sie sich ihren Mann mit seinem Verleger, den Journalisten und sogar seinen fiktiven Figuren teilen muss, lässt einen tief in ihre Gefühlswelt blicken. Man merkt, dass Marceau in einer ganz eigenen Welt lebt, zu der selbst Sarah keinen richtigen Zugang mehr hat.
​Die Atmosphäre am Genfersee wird sehr stimmungsvoll eingefangen, und die Information aus dem Klappentext, dass Marceau bald tot aufgefunden wird, schwebt beim Lesen der feierlichen Szenen wie ein dunkler Schatten über der Geschichte. Es stellt sich sofort die Frage: Wer war dieser Mann wirklich? Und was steht in diesem mysteriösen letzten Buch, das er kurz vor seinem Tod beendet hat?
​Die Leseprobe endet mit einem Moment der Erschöpfung nach der Feier, der mich mit einem sehr neugierigen Gefühl zurücklässt. Es ist ein ruhiger, aber psychologisch sehr feiner Einstieg in einen Roman, der verspricht, die dunklen Abgründe hinter Ruhm und Erfolg aufzudecken. Ich würde sehr gerne erfahren, wie Sarah die Wahrheit über ihren Mann herausfindet.