Interessante Idee, bis hierher atmosphärisch erzählt
Ein kleiner Kunstgriff, dieses Buch unter dem Namen des Autors erscheinen zu lassen, der darin zu Tode kommt. Oder vielleicht sinniert der Autor selbst auch einfach über ein mögliches Todesszenario, das ihm widerfahren könnte. Auf jeden Fall packt mich das Cover direkt, es spricht alle meine ästhetischen Präferenzen an. Gerade der Prolog ist atmosphärisch und holt mich ebenfalls voll ab, da ich in letzter Zeit vieles zu Free Soloing gelesen bzw. gesehen habe. Es scheint ja so, als würde der Autor dabei ums Leben kommen (wie praktisch!). Auch der Abend im Chalet, mit dem die Fertigstellung des Manuskripts gefeiert wird, ist atmosphärisch geschildert. Man wähnt sich fast dabei. Das Einzige, was mich am Erzählstil doch stark gestört hat, ist die Fixierung auf Äußerlichkeiten. Fast von allen Figuren wird vor allem die Körperform kommentiert, was auf mich doch recht oberflächlich wirkt, inbesondere wenn die Erzählerin berichtet, dass es sich dabei um jahrzehntelange Freundschaften handeln soll. Da würde mir doch anderes mehr auffallen als die Körperfigur der Leute ... Ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt und ob es damit getan ist, dass wir hier bereits etabliert haben, wer dick und wer schlank ist, oder ob sich das weiter durchzieht. Und vor allem interessiert mich natürlich die weitere Handlung, denn Bücher über Manuskripte und Autor:innen haben immer einen besonderen Reiz.