Manchmal ähnelt ein Leben Kintsugi
Der Bestsellerautor Marceau Miller ist tot. Mit 4o Jahren tödlich verunglückt beim Freeclimbing. Oder war es Mord? Der Leser weiß durch den Prolog schon mehr. Aber was ist tatsächlich wahr? Sarah Miller glaubt, dass ihr Mann ermordet wurde. Niemand scheint ihre Überzeugung zu teilen. Schon gar nicht der ermittelnde Polizeibeamte Delmas. Aber Sarah lässt nicht locker.
Zunächst scheint alles klar. Marceau wird vermisst und schließlich zerschmettert am Fuß eines steilen Felsens gefunden. Überspannter Schriftsteller stirbt tragisch durch seinen gefährlichen Sport, so der Tenor von Polizei und Freunden. Doch die verzweifelte Sarah kann und will das nicht glauben. Beharrlich sucht sie nach Indizien und geht ihrer Umgebung, vor allem Delmas auf die Nerven. Angeblich hat Marceau ein letztes geheimnisvolles Buch hinterlassen, aber dieses ist spurlos verschwunden. Akribisch verfolgt Sarah jede Spur. Dabei fühlt sie sich mehr und mehr verfolgt. Seltsame Dinge geschehen. Verliert sie langsam den Verstand oder steckt etwas Anderes dahinter? Wem kann sie noch vertrauen? Im Verlauf der Ereignisse gerät ihre Welt immer mehr aus den Fugen. Wie gut kannte sie Marceau eigentlich?
Die Geschichte wird vorwiegend aus der Sicht von Sarah erzählt. So sind ihre Gedanken, Motive und was sie antreibt gut nachvollziehbar. Gelegentlich kommt ihre Freundin und Kollegin Karen zu Wort. Sie ergänzt Sarahs Beschreibungen. Und dann sind da die Erinnerungen und Überlegungen von Marceau selbst, die vor allem die Vergangenheit betreffen.
Entgegen meinen Erwartungen rückt statt des toten Bestsellerautors die Witwe ins Zentrum der Erzählung. Sie ist eine starke, beinahe unbändige Persönlichkeit, die impulsiv handelt und sich nicht einschüchtern lässt. Grundsätzlich habe ich mir etwas schwergetan mit ihr. Voll verständlicher Wut und Trauer poltert sie los. Dabei nimmt sie keinerlei Rücksicht auf ihre trauernden Kinder, die sie egoistisch vernachlässigt. Es klingt an, dass auch zu seinen Lebzeiten, Marceau für die Kinder „zuständig“ war. Jetzt schiebt sie Benjamin und Hermione zu Karen ab. Sarah konzentriert sich auf die Suche nach dem Manuskript, dem sie eine Schlüsselrolle zumisst.
Die anderen Charaktere bleiben ziemlich flach und erscheinen bis zum Ende undurchsichtig. Liegt das daran, dass Sarah sich nie die Mühe gemacht hat, die anderen richtig kennenzulernen? Eigentlich hatte sie nur zu Jade, Marceaus vor Jahren verschwundener Schwester eine echte Verbindung.
Aus meiner Sicht ist die Erzählung mehr ein Spannungsroman als ein Krimi. Was treibt die Menschen an? Warum handeln sie so, wie sie es tun? Warum werden sie zu Verrätern? Kennt man diejenigen, die einem nahestehen wirklich? Diese Fragen werden gestellt, aber nur teilweise beantwortet. Zwar blieb mein Interesse am Fall Marceau Miller immer wach, doch gab es kleine Längen im Mittelteil. Obwohl die Zahl der Protagonisten klein ist, waren Täter und Motiv für mich überraschend, aber logisch passend. Leider bekam die Auflösung für meinen Geschmack etwas zu wenig Raum.
„Das letzte Buch des Marceau Miller“ hat mich gut unterhalten. Es ist flüssig, teilweise „blumig“ geschrieben („Ein Uhu, einsamer Bariton, stimmt eine Arie an“) und punktet mit einer beeindruckenden Naturkulisse. Ein „psychologisches Meisterwerk“ wie es der Verlag nennt, ist es für mich allerdings nicht.
Zunächst scheint alles klar. Marceau wird vermisst und schließlich zerschmettert am Fuß eines steilen Felsens gefunden. Überspannter Schriftsteller stirbt tragisch durch seinen gefährlichen Sport, so der Tenor von Polizei und Freunden. Doch die verzweifelte Sarah kann und will das nicht glauben. Beharrlich sucht sie nach Indizien und geht ihrer Umgebung, vor allem Delmas auf die Nerven. Angeblich hat Marceau ein letztes geheimnisvolles Buch hinterlassen, aber dieses ist spurlos verschwunden. Akribisch verfolgt Sarah jede Spur. Dabei fühlt sie sich mehr und mehr verfolgt. Seltsame Dinge geschehen. Verliert sie langsam den Verstand oder steckt etwas Anderes dahinter? Wem kann sie noch vertrauen? Im Verlauf der Ereignisse gerät ihre Welt immer mehr aus den Fugen. Wie gut kannte sie Marceau eigentlich?
Die Geschichte wird vorwiegend aus der Sicht von Sarah erzählt. So sind ihre Gedanken, Motive und was sie antreibt gut nachvollziehbar. Gelegentlich kommt ihre Freundin und Kollegin Karen zu Wort. Sie ergänzt Sarahs Beschreibungen. Und dann sind da die Erinnerungen und Überlegungen von Marceau selbst, die vor allem die Vergangenheit betreffen.
Entgegen meinen Erwartungen rückt statt des toten Bestsellerautors die Witwe ins Zentrum der Erzählung. Sie ist eine starke, beinahe unbändige Persönlichkeit, die impulsiv handelt und sich nicht einschüchtern lässt. Grundsätzlich habe ich mir etwas schwergetan mit ihr. Voll verständlicher Wut und Trauer poltert sie los. Dabei nimmt sie keinerlei Rücksicht auf ihre trauernden Kinder, die sie egoistisch vernachlässigt. Es klingt an, dass auch zu seinen Lebzeiten, Marceau für die Kinder „zuständig“ war. Jetzt schiebt sie Benjamin und Hermione zu Karen ab. Sarah konzentriert sich auf die Suche nach dem Manuskript, dem sie eine Schlüsselrolle zumisst.
Die anderen Charaktere bleiben ziemlich flach und erscheinen bis zum Ende undurchsichtig. Liegt das daran, dass Sarah sich nie die Mühe gemacht hat, die anderen richtig kennenzulernen? Eigentlich hatte sie nur zu Jade, Marceaus vor Jahren verschwundener Schwester eine echte Verbindung.
Aus meiner Sicht ist die Erzählung mehr ein Spannungsroman als ein Krimi. Was treibt die Menschen an? Warum handeln sie so, wie sie es tun? Warum werden sie zu Verrätern? Kennt man diejenigen, die einem nahestehen wirklich? Diese Fragen werden gestellt, aber nur teilweise beantwortet. Zwar blieb mein Interesse am Fall Marceau Miller immer wach, doch gab es kleine Längen im Mittelteil. Obwohl die Zahl der Protagonisten klein ist, waren Täter und Motiv für mich überraschend, aber logisch passend. Leider bekam die Auflösung für meinen Geschmack etwas zu wenig Raum.
„Das letzte Buch des Marceau Miller“ hat mich gut unterhalten. Es ist flüssig, teilweise „blumig“ geschrieben („Ein Uhu, einsamer Bariton, stimmt eine Arie an“) und punktet mit einer beeindruckenden Naturkulisse. Ein „psychologisches Meisterwerk“ wie es der Verlag nennt, ist es für mich allerdings nicht.