Spannend, aber nicht immer logisch und nachvollziehbar

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frischelandluft Avatar

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Ein Roman ohne Autor? Ein Buch im Buch? Mehrere Erzählstimmen? Das hat mich neugierig gemacht. Der Plot ist gut – ein erfolgreicher Autor verunglückt wenige Tage nach der Veröffentlichung seines neuesten Buches tödlich beim Freiklettern. Als Leser wissen wir von Anfang an, dass dort am Felsen noch jemand war (kein Spoiler, ist wirklich gleich am Anfang) – und damit wissen wir ein bisschen mehr als die Ich-Erzählerin, seine Frau. Das Buch im Buch gibt es, aber nicht so, dass man den Autoren bzw. die Autorin auf dem Buchdeckel weglassen müsste, das ist hier für mich eher Marketingtrick. Im Französischen ist der Titel etwas anders, „Le roman de Marceau Miller“, das würde wörtlich übersetzt im Hinblick auf den Inhalt für mich besser funktionieren. Aber egal, es geht ja um die Geschichte zwischen den Deckeln. Es ist eine rasante Geschichte, die einem schneller vorkommt, als die Zeit im Roman vergeht, am Ende sind es mehrere Wochen. Plottwists, Szenenwechsel, Personal, alles gut angelegt, doch mir agiert die Protagonistin unausgewogen rational und irrational, ihre plötzlichen Wutausbrüche finde ich unnötig und störend. Ihre Beziehung zu den anderen Figuren, ihren Freunden und ihren Kindern und im Rückblick zu ihrem Mann, bleibt merkwürdig distanziert, ich kann sie nicht wirklich greifen. Darum sind einige Geschehnisse für mich unlogisch oder konstruiert. Leider ist mein Französisch nicht gut genug, um den Roman im Original zu lesen, vielleicht liegt es manchmal an der Wortwahl. Insgesamt ein spannender Krimi, der sehr gute Anlagen hat, aber leider insgesamt für mich nicht rund ist.