Spannend und verwirrend gleichzeitig

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shiva2308 Avatar

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Inhalt:
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Der Schriftsteller Marceau Miller ist von einer Felswand in der Nähe des Genfer Sees abgestürzt. Doch seine Ehefrau Sarah will nicht an einen Unfall glauben. Schon bald erhält sie einen Brief, der auf ein letztes Manuskript ihres verstorbenen Ehemannes anspielt, das Hintergründe zum Verschwinden dessen Schwester vor vielen Jahren offenbaren soll. Enthält es auch Hinweise auf seinen Mörder? Schon bald fühlt sich Sarah verfolgt, doch außer einem guten Freund will ihr keiner glauben, und es kommen einige Geheimnisse über Marceau und ihre gemeinsamen Freunde heraus. Sarah weiß bald nicht mehr, wem sie noch trauen kann.

Mein Eindruck:
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"Zwischen Realität und Fiktion können die Grenzen verschwimmen, bis man sich darin
verliert – oder findet." (S. 329)

Das Cover und der Titel machten eher einen idyllischen Eindruck, und auf dem Buch selber steht "Roman". Eingeordnet ist das Buch jedoch bei einigen Anbietern als Thriller.
Tatsächlich ist der Beginn sehr spannend, denn er handelt von dem Tod von Marceau und ist aus dessen Sicht geschildert. Der Prolog enthält erste Andeutungen, dass bei seinem Sturz nachgeholfen wurde. Anschließend ist der Großteil der Handlung aus Sarahs Sicht geschrieben, vereinzelt erfolgen Einblicke in die Sicht ihrer Freundin Karen.
Durch die Sichtweise Sarahs fühlt man sich als Leser dieser am meisten verbunden. Man nimmt teil an ihrer Trauer, ihrer Verwirrung und ihrer Wut, wenn sie ein neues Geheimnis entdeckt. Obwohl ihre Gefühle sehr intensiv geschildert werden, habe ich eine gewisse Distanz zu ihr empfunden. Das liegt u. a. daran, dass ich einige Passagen als zu langatmig empfand und sich einige Schilderungen auch öfter wiederholten in abgewandelter Form.
Ich schwanke, ob ich dieses Buch als Krimi oder eher als Drama verstehen soll. Auf der einen Seite ist es spannend, herauszufinden, was mit Marceau passierte und welchen Zusammenhang es zum Verschwinden seiner Schwester Jade gibt. Die Geheimnisse, die Sarah nach und nach enthüllt, führen einen immer wieder auf eine andere Fährte. Auf der anderen Seite sind die Trauer, die komplexen Beziehungen zwischen den Beteiligten und die gesamten Hintergründe aber auch sehr dramatisch. Ich konnte mit keiner Person wirkliche Empathie empfinden, und die Beziehungsgeflechte im Freundeskreis waren für mich teilweise befremdlich. Die Auflösung am Ende kam mir etwas zu überraschend, und es war für mich nicht nachvollziehbar, woraus Sarah plötzlich die richtigen Schlussfolgerungen zieht.
Dennoch habe ich diese interessante Mischung aus Krimi und Drama sehr gerne gelesen, und die Tatsache, dass der Autor den gleichen Namen wie der Protagonist des Buches hat, ist ein netter Marketingeffekt.

Fazit:
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Faszinierende Mischung aus Krimi und Drama – fesselnd, aber mit einigen Längen und am Ende nicht ganz überzeugender Auflösung