Vertraut und Verraten

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kahabooks Avatar

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Der Roman spielt geschickt mit der Idee eines Buches im Buch. Ein Konzept, das sich bereits durch den fehlenden Autorennamen auf dem Cover andeutet und die Frage aufkommen lässt, warum dieses letzte Buch überhaupt geschrieben wurde. Hatte Marceau Miller auf diese Weise Vorkehrungen getroffen? Aber worauf begründen sich seine Ahnungen?

Marceau Miller ist tot. Am Boden einer Felswand liegend, wird er gefunden. Bereits im Prolog erfahren wir, dass er nicht abgestürzt ist, sondern getötet wurde. Und auch seine Frau glaubt nicht an einen Unfall.

Im Zentrum der nun folgenden Handlung steht Sarah, die Ehefrau des toten Autors. Gemeinsam mit ihr begibt man sich auf Spurensuche, während ihr Leben durch den Tod von Marceau komplett aus den Fugen gerät. Und so verhält sie sich manchmal auch. Zwar voller Schmerz und Trauer, aber auch völlig unberechenbar, sprunghaft und starrköpfig. Ich würde fast sagen, sie wütet sich durch die Handlung, was andere Ereignisse überlagert und manche ihrer Reaktionen extrem und schwer nachvollziehbar wirken lässt. Die angedeuteten Sonderbarkeiten der Geschichte gingen für mich dadurch fast unter. Sie wurden schlicht von Sarahs Dominanz überdeckt, und ich konnte nicht einschätzen, ob sie überreagiert oder ihr Verhalten und ihre Zweifel begründet sind. Trotz ihres intensiven Charakters blieb sie mir persönlich seltsam fremd. Auch die Ich-Perspektive schaffte es nicht, sie mir näherzubringen und ihren Schmerz nachfühlen zu können.

Die übrigen Charaktere empfand ich gleichermaßen als schwer greifbar. Hier lag es jedoch daran, dass sie zumeist im Hintergrund blieben und dadurch so schemenhaft waren, dass man sich keinen Eindruck von der Person machen konnte.

Der Lesefluss war für mich wechselhaft. Während ich mich durch große Teile der ersten zwei Drittel eher durchringen musste, fand ich das letzte Drittel schließlich am packendsten. Hier zog die Geschichte an, wurde klarer und schlüssiger.
Beworben als Spannungsroman versucht das Buch, sich vom klassischen Roman zu lösen und Elemente eines Krimis einzubinden. Für mich gelingt jedoch beides nur bedingt. Für einen Roman fehlte mir die Emotionalität, und für einen Krimi entwickelte es nicht genug Spannung.

Fazit: Trotz des über weite Teile dramatischen Untertons konnte ich diesen nicht nachempfinden, da ich die Hauptperson zumeist als anstrengend empfunden habe.