Kurzweiliger Familienroman ohne Tiefe

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jules&jude Avatar

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Mit Das letzte Kind hat Fell erzählt Tessa Hennig die Geschichte von Angelika und Hans, die sich eigentlich auf ihren wohlverdienten Ruhestand in Portugal freuen – Sonne, Meer und endlich Ruhe. Doch statt entspannter Tage am Strand warten ein neuer Mitbewohner auf vier Pfoten und die familiären Sorgen der Tochter Sandra auf sie. So wird aus dem erträumten Neuanfang schnell ein turbulenter Alltag, in dem von Erholung kaum die Rede sein kann.

Der Roman liest sich leicht und kurzweilig, eine typische Feel-Good-Geschichte, die vor allem auf unterhaltsame Weise den Familienalltag im Alter beleuchtet. Trotzdem bleibt der Eindruck, dass Hennig hier eher an der Oberfläche bleibt. Es passiert zwar viel, sodass keine Langeweile aufkommt, doch echte Tiefe sucht man vergeblich. Auch sprachlich weiß der Roman nur bedingt zu überzeugen – der Stil wirkt streckenweise zu ausschmückend und überladen mit Adjektiven. Besonders die Darstellung von Finn und seiner Homosexualität wirkt stellenweise klischeehaft und unausgewogen.

Insgesamt bietet Das letzte Kind hat Fell angenehme, aber schnell vergessene Unterhaltung – ein seichter Familienroman nach bekannter Formel, ohne Überraschungen oder nachhaltigen Eindruck.