Warmherziger Familienroman mit Spannung und kleinen Schwächen

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steinbock29 Avatar

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Das letzte Kind hat Fell von Tessa Hennig erzählt vom Neuanfang in Portugal und vom Aufeinandertreffen dreier Generationen. Angelika und Hans wandern nach Faro aus, Tochter Sandra und Enkel Finn kommen zu Besuch – und bringen ihre ganz eigenen Themen mit.
Besonders gelungen finde ich die wechselnden Erzählperspektiven von Angelika, Sandra und Finn. Dadurch werden die unterschiedlichen Sichtweisen und inneren Konflikte greifbar. Angelikas Angst vor Einsamkeit, Sandras harter Schutzpanzer – der in der Begegnung mit Alexander langsam Risse bekommt – und Finns Orientierungslosigkeit zwischen Trotz, Unsicherheit und dem Wunsch nach einem eigenen Weg werden nachvollziehbar geschildert. Gerade Finn bleibt für mich eine spannende, wenn auch nicht immer ganz greifbare Figur.
Mit Fellina kommt nicht nur Wärme in die Geschichte. Gegen Ende zieht das Tempo deutlich an, und aus dem leichten Familienroman wird zeitweise fast ein kleiner Krimi. Manche Entwicklungen wirken nicht ganz rund, und ein kurzer Epilog hätte offene Fragen schön abrunden können.
Das Cover finde ich ganz nett: Es passt gut zum Titel und hat einen Wiedererkennungswert zu den vorherigen Büchern. Das Rosa ist zwar nicht ganz mein Fall – ich hätte mir eher eine typisch portugiesische Farbe gewünscht – aber die ungewöhnlich weiche Haptik gefällt mir.
Insgesamt ein Buch, das man gut zwischendurch lesen kann: unterhaltsam, warmherzig und mit einigen kleinen Ungereimtheiten.