„Ana Hurr- ich bin frei“

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Bereits das Cover gibt passende Hinweise auf den strukturellen Aufbau des Romans in Mosaikform, denn jedes Kapitel befasst sich mit einzelnen Steinchen eines interessanten Lebensweges, begleitet von Frauen aus der arabischen wie westlichen Welt. Es geht aber auch um sehr ernste Themen wie Diktatur, Korruption, Geheimpolizei, Flucht aus Syrien, Freiheit. Wie das Leben von gut ausgebildeten und wohl situierten Geflüchteten aus Syrien verlaufen kann, wird informativ und authentisch wirkend beschrieben. Said Mardini, der 1971 aus Damaskus nach Deutschland floh, seine Erlebnisse als Dolmetscher und das Zusammentreffen mit seinem alten Studienfreund Klaus bilden die Rahmenhandlung für die Hauptfigur Nadim Suri. Seine Lebensgeschichte und Lebensweisheiten sind gruppiert um seine wohl prägenden Erfahrungen mit Frauen. Mit Leichtigkeit, in poetischem Schreibstil, ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit mitmenschlichem Touch und Sanftmut greift der Autor ernste Themen auf wie Tod, Verlust, schwierige Lebenssituationen besonders von geliebten Frauen in beiden beschriebenen Welten von Immigranten in den 70-er und 80-er Jahren inmitten korrupter politischer Systeme. Historische wie private Mosaiksteine sind dabei leicht lesbar zu einer Lebensgeschichte eines beruflich erfolgreichen, syrischen Exilanten in Deutschland zusammengestellt worden. Auch wenn manch eine seiner Lieben tragisch endet, gefällt die Idee, das Leben als Mosaik aus Begegnungen mit ihn prägenden Frauen zu betrachten.