Diesmal leider weniger magisch

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lesepixie Avatar

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Rafik Schami ist schon seit meiner Jugend ein Schriftsteller, von dem ich immer wieder etwas lese. Als nun dieses neue Buch auf den Markt kam und mir die Aufmachung schon sehr gut gefiel - das hauptsächlich hellblaue Mosaik mit goldenen Fugen, das gut zum Titel passt - habe ich es mir sofort besorgt.
Doch leider konnte es mich nicht so sehr begeistern, wie die bisher gelesenen Bücher von ihm, da mir diesmal die wunderbare orientalische Erzählkunst, die ich von diesem Autor gewöhnt bin, weitgehend fehlte. Wir lernen Said Mardini kennen, dessen Leben in einigen Teilen dem des Autors zu gleichen scheint, doch letztendlich wird er nur ausführlich eingeführt, um dann die Geschichte von Nadim Suri zu erzählen, der dem Tod nahe im Krankenhaus liegt. Dieser sagt, er sei von den Frauen in seinem Leben geprägt, jede von ihnen habe zum Mosaik seiner Seele ein oder mehrere Steinchen beigetragen. Wir erfahren nun wie Nadim in Syrien aufgewachsen ist und gelebt hat. Dabei erfährt der Leser naturgemäß so einiges über das Leben in diesem Land sowie die politischen Gegebenheiten über die Jahrzehnte hinweg.
Der Fokus liegt aber schon bald auf den Frauen, zu denen Nadim in seinem Leben Beziehungen hatte, erst in Syrien und später in Deutschland. Das waren mir eindeutig zu viele, denn es gab kaum Zeiten ohne Partnerin in seinem Leben. Es erschien mir unwahrscheinlich, wie schnell und mühelos er jeweils eine neue Partnerin fand.
Jede von ihnen lehrt Nadim etwas über das Leben. Auch das wirkte für mich manchmal zu konstruiert.
Insgesamt konnte mich das Buch daher nicht begeistern und ich brauchte beim Lesen deutlich länger als üblich.