Ein literarisches Mosaik voller Weisheit

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Rafik Schami ist für mich ein Meister der Erzählkunst, was er in seinem neuen Roman Das Mosaik der Frauen erneut eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Said Mardini und Klaus Rosenbaum verbindet ihre Leidenschaft für Literatur; kennengelernt haben sie sich während ihres Studiums. Während Said den Weg des Schriftstellers einschlägt, wird Klaus Arzt. Da Klaus immer wieder arabischsprachige Patienten betreut, kreuzen sich die Wege der beiden regelmäßig. Schließlich bittet Klaus seinen Freund, den todkranken Nadim Suri zu besuchen, der in Damaskus aufgewachsen ist.
Nadim spürt, dass seine Zeit zu Ende geht und möchte seine Geschichte erzählen. Jedes Kapitel, das jeweils an einem Tag berichtet wird, widmet er einer Frau, die sein Leben nachhaltig geprägt hat.
Das erste Kapitel gilt seiner Mutter Elisabeth, einer deutschen Jüdin, die 1933 im Alter von acht Jahren mit ihrer Familie aus Deutschland fliehen musste. Während seiner Erzählungen schweift Nadim immer wieder ab, um anschließend über persönliche Erinnerungen zum Kern seiner Geschichte zurückzufinden. Gerade diese Erzählweise macht den Roman lebendig, als würde man einem vertrauten Gespräch mit einer Freundin oder einem Freund lauschen. Wie bei einem Mosaik fügen sich die einzelnen Teile nach und nach zu einem großen Ganzen zusammen.
Die weiteren neun Kapitel sind jeweils Frauen gewidmet, die Nadim begehrt hat oder die ihn auf einem Stück seines Lebenswegs begleitet haben. Dabei begegnet er ihnen stets mit großer Ehrfurcht und tiefem Respekt.
In die Handlung sind zudem politische Hintergründe zur Geschichte Syriens eingeflochten, die für mich teilweise neu und äußerst interessant waren, gerade weil sie so selbstverständlich und unaufdringlich in die Erzählungen eingebunden werden.
Ich denke, dass der Autor auch durch seine Lebenserfahrung viel Weisheit in diesen Roman einfließen lässt. Für mich war dieses Buch ein absolutes erzählerisches Highlight, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.