Ein Mosaik aus Leben und Begegnungen

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In „Das Mosaik der Frauen“ erzählt Rafik Schami die Lebensgeschichte von Nadim Suri, der schwerkrank im Krankenhaus liegt und dem Autor und Dolmetscher Said Mardini seine Erinnerungen anvertraut, damit dieser sie aufschreibt. Das Zusammentreffen im Krankenhaus und das Erzählen bilden dabei die Rahmenhandlung – im Mittelpunkt stehen Nadims Leben und die Frauen, die für ihn von besonderer Bedeutung waren. Jede dieser Begegnungen hinterlässt Spuren und wird zu einem eigenen Teil seiner Geschichte.

Die einzelnen Kapitel sind jeweils einer dieser Frauen gewidmet, stehen jedoch nicht für sich, sondern sind eng miteinander verwoben. So entsteht eine durchgehende, stimmige Erzählung – ganz anders, als ich es zunächst erwartet hatte und für mich eine sehr positive Überraschung.

Dabei eröffnet der Roman zugleich einen eindrucksvollen Einblick in die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Syrien über mehrere Jahrzehnte hinweg. Persönliche Erlebnisse und historische Hintergründe greifen dabei eng ineinander.

Schami erweist sich einmal mehr als großartiger Erzähler. Mit Wärme, Leichtigkeit und zugleich großer Tiefe schildert er Nadims Leben und die Begegnungen, die ihn geprägt und begleitet haben. Auch wenn nicht alle Geschichten glücklich enden, bleibt vor allem die Wertschätzung für die Frauen spürbar, die als wichtige Wegbegleiterinnen Teil dieses „Mosaiks“ sind.

„Das Mosaik der Frauen“ ist ein eindrucksvoller und vielschichtiger Roman, der durch seine Erzählkunst und seine besondere Struktur überzeugt.