Frauen kommen und gehen, aber ein Eindruck bleibt
Nadim Suri erzählt – und mit jedem Kapitel öffnet sich eine neue Tür. Eine Frau tritt ein, bleibt für einen Moment, verändert alles, und verschwindet wieder. Was bleibt, ist kein gerader Lebensweg, sondern ein Geflecht aus Begegnungen: Damaskus, geprägt von Vielfalt und frühen Prägungen durch seine Mutter; die erste große Liebe, die brutal endet; Salma, deren Verlust wie ein tiefer Riss durch das ganze Buch geht; und schließlich Deutschland, wo Neubeginn und Fremdheit dicht nebeneinanderliegen. Flucht, politische Verfolgung, Ankommen – all das ist da, aber nie losgelöst von den Frauen, die Nadim formen. Jede hinterlässt Spuren, manchmal zart, manchmal schmerzhaft, immer unauslöschlich. Am Ende fügt sich daraus kein perfektes Bild, sondern ein Mosaik voller Brüche – und genau das macht es so wahr.
Rafik Schami erzählt in einer Sprache, die gleichzeitig warm und klar ist. Da ist diese leise Poesie, die nie ins Kitschige kippt, sondern sich wie ein feiner Schleier über die Geschichten legt. Der Stil hat etwas Mündliches, fast so, als säße man Nadim direkt gegenüber und würde ihm zuhören, während er abschweift, innehält, sich erinnert. Gerade diese kleinen Umwege – die Geschichten in den Geschichten – geben dem Roman Tiefe, auch wenn sie manchmal den Fluss verlangsamen. Die Struktur, jede Frau als eigenes Kapitel, wirkt zunächst klar, entfaltet aber nach und nach eine fast hypnotische Wirkung: Wiederholung als Prinzip, Variation als Erkenntnis.
Das Ambiente dieses Romans ist durchzogen von Gegensätzen: Wärme und Verlust, Heimat und Entwurzelung, Nähe und Fremdheit. Die politischen Umstände Syriens schwingen ständig mit – Überwachung, Gewalt, Einschränkung –, aber sie drängen sich nie in den Vordergrund. Stattdessen verstärken sie die Intensität der Beziehungen, machen jede Begegnung kostbarer, verletzlicher. Nicht jede Figur bekommt die Tiefe, die sie vielleicht verdient hätte, und manchmal verliert sich die Erzählung ein wenig in ihren eigenen Fäden. Aber vielleicht passt genau das: Ein Mosaik ist eben nie perfekt symmetrisch. Und genau darin liegt seine Schönheit.
Rafik Schami erzählt in einer Sprache, die gleichzeitig warm und klar ist. Da ist diese leise Poesie, die nie ins Kitschige kippt, sondern sich wie ein feiner Schleier über die Geschichten legt. Der Stil hat etwas Mündliches, fast so, als säße man Nadim direkt gegenüber und würde ihm zuhören, während er abschweift, innehält, sich erinnert. Gerade diese kleinen Umwege – die Geschichten in den Geschichten – geben dem Roman Tiefe, auch wenn sie manchmal den Fluss verlangsamen. Die Struktur, jede Frau als eigenes Kapitel, wirkt zunächst klar, entfaltet aber nach und nach eine fast hypnotische Wirkung: Wiederholung als Prinzip, Variation als Erkenntnis.
Das Ambiente dieses Romans ist durchzogen von Gegensätzen: Wärme und Verlust, Heimat und Entwurzelung, Nähe und Fremdheit. Die politischen Umstände Syriens schwingen ständig mit – Überwachung, Gewalt, Einschränkung –, aber sie drängen sich nie in den Vordergrund. Stattdessen verstärken sie die Intensität der Beziehungen, machen jede Begegnung kostbarer, verletzlicher. Nicht jede Figur bekommt die Tiefe, die sie vielleicht verdient hätte, und manchmal verliert sich die Erzählung ein wenig in ihren eigenen Fäden. Aber vielleicht passt genau das: Ein Mosaik ist eben nie perfekt symmetrisch. Und genau darin liegt seine Schönheit.