Mosaiksteinchen

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eckenmann Avatar

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Der etwa 300 Seiten starke Roman Rafik Schamis erscheint in einer prächtigen Ausgabe mit einem wunderschön gestalteten mosaikhaften Umschlag, vom Hanser-Verlag sogar mit einem Lesebändchen ausgestattet.

Die Handlung geht von der einführenden Beschreibung des aus Syrien nach Deutschland geflüchteten Erzählers Said später in die Ich-Perspektive des diesem seine Lebensgeschichte erzählenden (ebenfalls geflohenen) Nadim über.
Dabei werden ausgiebig und teilweise ausufernd Herkunft und Schicksal von Familien und Freunden und vor allem Frauen auf Nadims Lebensweg erzählt.

Das ungemein intensive Leben des Nadim gleicht einer Achterbahnfahrt und rückt titelgemäß vor allem die mehr als ein Dutzend Frauen an seiner Seite - denen jeweils Kapitel gewidmet sind - in den Mittelpunkt.
Der Erzählfluss mäandert und ufert dabei aus, wenn Episoden, Erlebnisse und Begegnungen wie Eingebungen eingewoben und verflochten werden.
Spannend sind die beigefügten Beschreibungen politischer Zustände und kulturell-religiösen Lebens und einige Lebensweisheiten. Das sind vielleicht die Mosaiksteinchen.
Als Leser erfahre ich eine Unmenge an Schicksalen, Trauer und Leid - und auf die Frauen bezogen Kennenlernen und Abschiede und Gestalten von Liebesbeziehungen.
Das erzählt Rafik Schami allerdings flüssig und leicht, so dass ich insgesamt gesehen ein unterhaltsames Leseabenteuer hatte.
Mitunter verlor ich dabei aufgrund der Hülle und Fülle der Geschichten von Nebenfiguren auch ein wenig den roten Faden der Haupthandlung.

Den Frauen gegenüber erlebe ich den Erzähler als einen, der versteht, verzeiht und vergibt und großen Respekt zeigt.