Von der Flucht aus Syrien.

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someandleni Avatar

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Das Cover gefällt mir außerordentlich gut. Die Farben (überwiegend hellblau und gold) sind sehr harmonisch. Die Linien sind wie ein Mosaik angeordnet, was hervorragend zum Titel "Das Mosaik der Frauen" passt.

Rafik Schami berichtet in seinem Roman über die Lebensgeschichte von dem aus Syrien geflüchteten Nadim Suri, der den ebenfalls geflohenen Syrer Said Mardini auswählt, um ihm die Geschichte seines Lebens zu erzählen. Hierbei bezieht er sich insbesondere auf die Frauen in seinem Leben, die sein Leben - jede für sich - mit einem "Mosaikstein" bereichert und damit seine Identität geprägt haben.

Die Frauen in Nadim's Leben haben ihn nachhaltig beeindruckt. Sie werden als vielseitig, eigenständig, selbstbewusst und politisch engagiert beschrieben. Jede einzelne von ihnen hat Spuren hinterlassen - positiv wie negativ.

Das Buch handelt von Liebe, Migration, politischen Krisen und beinahe alle Erzählungen werden von Verlust begleitet. Die leichte und manchmal poetische Sprache lässt sich leicht verstehen und nachvollziehen.

Der Erzählstil ist dabei sehr ruhig, detailliert und reflektiert, manchmal verliert Nadim als Erzähler jedoch den Faden. Das mag daran liegen, dass jeder Frau ein Kapitel gewidmet ist, was zwar chronologisch passt, den Leser jedoch etwas verwirren könnte.

Auch gegenüber der Vielzahl von Personen, über die Nadim berichtet, muss man gegenüber offen sein. Mir persönlich hat es viel Spaß gemacht, auch von Erlebnissen des Nachbarn des Nachbarn zu lesen und ich fand es sehr sympathisch, dass Nadim beim Erzählen seiner Geschichten selbst merkt, dass er einen kleinen Exkurs vorgenommen hat und dass er zur eigentlichen Geschichte zurückkehren muss.

Mir als ehemalige Flüchtlingshelferin hat es noch ein paar mehr Geschichten und Hintergründe geliefert als jene, die ich in meiner Zeit von den aus Syrien geflüchteten Menschen erfahren habe.

Insgesamt würde ich das Buch jenen Lesenden empfehlen, die sich gerne mit Themen rund um Syrien (Politik, Auseinandersetzungen, Religion) beschäftigen.