Pferd trifft KI

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Ausgehend von einer wahren Geschichte um das Pferd „der kluge Hans“ eröffnet Reto Schneider in seinem Buch eine wissenschaftliche historische Spannweite von 1904 bis 2026 zum Thema „Funktionsweise von Gehirnen und künstlicher Intelligenz“.
Der kluge Hans war ein Pferd, das 1904 Schlagzeilen machte, weil es scheinbar rechnen, lesen und mit Menschen kommunizieren kann und das es damit bis in die New York Times schaffte. Es musste nach den Beschreibungen des Autors vielfältige Untersuchungen und Begutachtungen über sich ergehen lassen. Denn: wie konnte das sein?
Reto Schneider stellt Fragestellungen und Entwicklungen der Hirnforschung bis hin zur künstlichen Intelligenz anhand der fortschreitenden Computerentwicklung („das Perzeptron“) und der zunehmenden psychologisch-experimentellen Wissenschaft dar. Hier seien vor allem die Arbeiten von Oskar Pfungst und Robert Rosenthal erwähnt. Aber der Autor beschreibt auch zahlreiche Versuche mit anderen Tierarten.
Das Hauptaugenmerk bleibt dabei das sogenannte Dilemma der KI: Entwickler, Forscher und Benutzer wissen nicht wirklich, WIE die KI lernt. Jedenfalls nicht wie das biologische Gehirne können.
Ich fand das Thema des Sachbuches sehr spannend und auch die Beschreibungen der Experimente, aber an manchen Stellen war mir das Buch doch zu langatmig und zu weitschweifig . Aber das mag auch daran liegen, dass ich wenig Computerwissen habe und nicht genug Details kenne.
Gut gefallen hat mir, dass der kluge Hans der rote Faden ist , der alles zusammenhält. Außerdem handelt es sich nicht um ein klassisches Sachbuch, sondern vielmehr um ein Genre-Mix aus Roman und Sachbuch . Das hat mir das Lesen sehr erleichtert.
Insgesamt ein kluges und interessantes Buch, insbesondere für Menschen, die sich für die Geschichte und Entwicklung von KI interessieren.