Spannende Verbindung zwischen einem Pferd und der heutigen KI

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piperowja Avatar

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Das Buch beginnt im Jahr 1904 in der Griebenowstraße 10 in Berlin. Dort wird einem vornehmen Publikum, unter dem sich auch Minister Studt befindet, ein Pferd namens Hans vorgestellt. Dieses Pferd kann Rechenaufgaben lösen, das Datum nennen und die Uhrzeit ablesen. Sogar die Geburtstage von Kaiser Wilhelm II., der Kaiserin und dem Kronprinzen sind ihm bekannt. Sein Besitzer, Franz von Osten, hat Hans über dreieinhalb Jahre hinweg trainiert. Als der Großfeldjäger und Tierfotograf Karl Schillings von der Leistung des Pferdes hörte, übernahm er nach einigem Zögern die Leitung der Vorstellungen und meldete diese offiziell an. Die Zeitungen berichteten über das Ereignis und äußerten sich sowohl positiv als auch kritisch. Schließlich sollten zwei Kommissionen klären, ob das Pferd tatsächlich denken kann. Oscar Pfungst führte mehrere Experimente durch und entdeckte schließlich, dass Hans die Gedanken seines Gegenübers lesen konnte.
Der Autor Reto U. Schneider möchte mit seinem Buch eine Brücke von dem Pferd Hans zu den sogenannten denkenden Computern schlagen. Er berichtet von Wissenschaftlern, die ab 1950 Maschinen entwickelten, die durch Beispiele lernten und später in einem Dialog Menschen imitieren konnten. 1958 programmierte Frank Rosenblatt das erste neuronale Netzwerk, das er Perzeptron nannte und das bestimmte Bilder erkennen konnte. Aus Schneiders umfangreichen Recherchen geht auch hervor, wie der Psychologe Robert Rosenthal in seinen Rattenversuchen feststellte, dass die Erwartungshaltung der Experimentatoren die Versuchsergebnisse beeinflussen kann.

Die weitere Entwicklung bis hin zur heutigen Künstlichen Intelligenz beschreibt der Autor spannend und ausgesprochen verständlich, indem er immer wieder Vergleiche zu den Untersuchungen mit Hans zieht und auf Versuche hinweist, die klären sollen, ob Tiere in der Lage sind, die menschliche Sprache zu erlernen.
Ich war sehr beeindruckt, wie Schneider die Verbindung von Hans zum heutigen Chat-GPT herstellt. Auf diese Weise habe ich viel Neues erfahren und empfehle das Buch unbedingt weiter.