Schönheit, Schuld und das Erbe der Herkunft
Die Leseprobe ist intensiv, klug und emotional fordernd. Betty Boras verknüpft die Geschichte von Vio, ihrer Migration und Mutterschaft mit der historischen Figur Theresia und schafft so ein dichtes Geflecht aus Herkunft, weiblichem Körper, Schuld und gesellschaftlichen Erwartungen. Besonders stark ist der schonungslose Blick auf Schönheitsnormen und Muttergefühle, der weh tut, aber ehrlich ist. Sprachlich ruhig und präzise, mit Bildern, die lange nachhallen – kein leichter Text, aber ein sehr eindringlicher Auftakt.