Generationenroman

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„Das Schönste aller Leben“von Betty Boras ist ein Generationenroman der von einer Familie erzählt, die ihren Ursprung in Rumänien im Banat hat.
Einer Familie, die nach dem Fall Ceausescu‘s mit ihrer Tochter nach Deutschland übersiedelt und denen die Meinung ihrer Mitmenschen immer sehr wichtig war und ist.
Drei Frauengenerationen, die ihren Ursprung beiTherese hat, die im 18. Jahrhundert nach einem Fehltritt in einem Arbeitslager landet, von dort flieht und im Banat mit ihrem Mann eine Familie gründet.

Im 20.Jahrhundert verlassen Ihre Nachfahren Rumänien, um ihrer Tochter Vio ein besseres Leben zu bieten.Sie führen ein arbeitsreiches, bescheidenes Leben, immer darauf bedacht ja nicht aufzufallen und den Mitmenschen zu gefallen. So erziehen sie und die Großeltern auch Vio. Sie bemerkt schnell, dass sie als Aussiedlermädchen in Parallelwelten lebt, passt sich an und gibt sich Mühe im Strom mitzuschwimmen und immer etwas besser zu sein als die anderen.

Als Vio Mutter einer Tochter wird, geschieht ein Unglück, was sie in eine tiefe Depression stürzt, da es das für sie so schwer zu händelnde Thema Anderssein wieder in den Mittelpunkt rückt.

Heimat und Anderssein sind die zentralen Themen dieses Familienromans, der mich z.T. sehr berührt hat, mich manchmal aber auch den Kopf schütteln lassen.

Seine Heimat zu verlassen ist glaube ich das Schwerste, was Menschen tun können, denn man lässt nicht nur ein Land zurück, sondern Menschen und vor allem sehr viele Erinnerungen, nicht nur Gute, aber das gehört zum Leben dazu. Dieses Gefühl wurde in diesem Buch gut vermittelt, auch das Gefühl als „Fremde „ in einem neuen Land, in dem man zwar die gleiche Sprache spricht, denn im Banat wurden deutschstämmigen Menschen angesiedelt, heimisch zu werden, Anerkennung zu finden als „Aussiedler“konnte ich gut nachvollziehen. Dass dann jedes Anderssein ein Hemmschuh sein kann, vor allem als Kind und Jugendliche, man alles tut , um ja zu gefallen und nicht aufzufallen , kann ich auch nachvollziehen und für Vio gab es einiges zu verarbeiten in der Hinsicht.
Ich kann auch nachvollziehen, dass die Brandwunden von Vio‘s Tochter, die sie durch ihre Unachtsamkeit bekommen hat, für Vio ein Problem waren. Man macht sich Gedanken, wie die Umwelt damit umgeht, wie Sophie, ihre Tochter selbst damit umgeht, aber für mich hat dieses Thema etwas zu viel Raum in diesem Roman eingenommen. Ich konnte es zum Teil nachvollziehen, habe aber mit der Zeit gedacht, jetzt ist aber gut. Gib deiner Tochter das Gefühl, dass sie gut ist wie sie ist, dass sie über alles geliebt wird dafür das sie da ist , denn
„mit einer Kindheit voll Liebe, kann man ein ganzes Leben aushalten“.Es macht ihr ja , außer ihr selbst, auch niemand einen Vorwurf. Ich hätte dafür gern mehr über Erfahrungen der Eltern hier in Deutschland erfahren, wie sie es empfunden haben, das wird leider nur oberflächlich erwähnt.

Trotzdem habe ich den Roman gern gelesen, denn schreiben kann die Autorin, sodass ich ihr nächstes Buch sicherlich auch lesen werde.