Banat

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Ein Buch, das sehr tief in die Seele geht und den Leser so einiges erfahren läßt. Vorab möchte ich kurz sagen, dass in den 90iger Jahren in unsere Nachbarschaft Rumänen-Deutsche aus dem Banat gezogen sind. Deren Erzählungen aus ihrer alten Heimat gleichen sich in vielen Dingen mit dem aus Buch. Das Buch spielt in zwei Zeitzonen, einmal um 1760 herum und dann im heute. Theresia, die Urahnin, mußte Wien wegen einer verbotenen Liebschaft verlassen, von der Keuschheitskommission in den Banat verband. Vio kam als kleines Mädchen mit den Eltern und Großeltern nach Deutschland, nach anfänglicher Schwierigkeiten wurde sie akzeptiert, heiratete, bekam eine Tochter, bis dann der Unfall mit dem Kind geschah und Vio jeglichen Lebensmut nahm. Die Autorin, selbst aus Rumänien nach Deutschland ausgewandert, erzählt sehr lebhaft und mit farbigen Darstellungen das Leben im Banat und der Schwierigkeiten nach der Aussiedlung. Der Dialekt, die Kleidung, das Essen, in allem mußten sich diese Menschen erst einmal umgewöhnen. Liebevoll erzählt sie über die Schönheit des Landes, die Sitten und Gebräuche und die Gastfreundschaft. Besonders sollten die Mädchen schön sein. Und Vio meinte, schuld an dem Unfall ihres Kindes zu sein und damit dessen Schönheit zerstört zu haben. Man fühlt ihre innere Zerrissenheit, ihren Kampf und die in ihr sitzenden Dämonen. Ich habe das Buch in einem Zug ausgelesen, ich war von diesen Frauen derart fasziniert, wie sie trotz allen Hindernissen ihr Leben in den Griff bekamen. Eine Hommage an diese Aussiedler. Das Cover zeigt eine wunderbare Landschaft wie in einem Aquarell, die verlorene Heimat der Protagonisten.