Das Mühlrad

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koboldi Avatar

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Ein wirklich berührendes Thema von Mutter sein und den mit hergehendem Selbstzweifel. Dieses Buch schneidet so viele ergreifende Themen/Fragen auf und lädt zur Selbstreflektion ein mit jedem Satz. Was ist der Wert einer Mutter? Darf ich glücklich sein? Wie urteile ich über andere? Was ist für mich Schönheit? Will ich schön sein? Was denken die Anderen? Zu all den und viel mehr lädt die Autorin ein nachzudenken. Es ist und bleibt ergreifend. Jede Mutter wird sich hier wiederfinden und auch die die es nicht sind.

Die Leseprobe und vor allem der Prolog haben mich ergriffen. Jedoch muss ich gestehen das die Erzählweise der Autorin nichts für mich ist. Sehr übertrieben beschrieben so wie die Charaktere in ihrem Leid leben so habe ich gelitten. Es war für mich die ganze Zeid wie in einer Mühle des Leidens. Das Leid der einzelnen Frauen ist wirklich schlimm und ergreifend und ich war zu keinem Zeitpunkt genervt. Jedoch fehlten mir hier Aufbrecher, irgendwelche Einschübe, die die Stetigkeit gebrochen hätten. Auch wäre es schön, dass sich der Erzählstiel durch die einzelnen Personen geändert hätte.

Ich habe recht lange gebraucht, um die einzelnen Personen auseinander zu halten und an alles, was zu ihnen gehört. Was auch den sehr kurzen Kapiteln geschuldet ist. Zudem konnte ich durch diese kurzen Kapitel keine richtige Beziehung richtig zu ihnen aufbauen. Alleine das ich mich in ihr Leid hereinversetzt habe ist eine Beziehung entstanden. Bei Theresia hätte ich mir einfach mehr gewünscht.

Das Ende kam für mich überraschend und sehr abrupt. Wie als würde man plötzlich einen Cut machen. Wie geht es jetzt mit Eva weiter? Diesen Cut hätte ich spätestens in der Hälfte gebraucht. Vielleicht war mir aber auch der Weg zu lang und ich hätte einen schnelleren verlauf der Geschichte gewünscht.

Durch die eher trockene, sachliche und nüchterne Erzählweise bei so ein tiefgründiges Thema wird der Leser nicht zu sehr ergriffen. Hätte die Autorin hier dieses nicht gemacht so hätte der Leser all dieses nicht so schnell verarbeiten können und bei jedem Satz das Buch zu Seite gelegt. Auch wirkt sich dieses durch die kurzen Kapitel positiv aus. Der Leser kann die psychologische Tiefe der Thematik besser verdauen. Jedoch wie schon geschrieben für mich ist das die falsche Erzählweise. Daher leider eine schlechte Bewertung trotz der vielen positiven Aspekte.