Der Fluch der Schönheit
Ein Buch mit vielen Facetten, das berührend von zwei Frauenschicksalen erzählt, einmal im 18. Jahrhundert und einmal in der Gegenwart. Es geht um große Emotionen wie Schicksal, Herkunft, Mutterliebe, Schuld, Scham und den Preis von Schönheit.
Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt des Romans, Theresia und ihre Nachfahrin Vio.
Ihre Geschichten werden durch Perspektivwechsel erzählt, wobei Vios Leben gleich in zwei verschiedenen Ebenen zu Wort kommt: einmal in der Gegenwart als "Ich", einmal in der Vergangenheit als "Vio". Vereinzelt ergänzt wird die Perspektive durch die Banater Erde, was ein wenig befremdlich klingt, sich aber als sehr überzeugend und fast weise herausstellt.
Theresias Leben im 18 Jahrhundert erzählt von einer schönen jungen Frau, die ein hartes Leben erfahren muss. Sie wird in ein Straflager abgeschoben, erlebt Demütigung und Verlust, erleidet das Schicksal vieler Frauen in der damaligen Zeit. Ihr Leben zu verfolgen macht zornig und betroffen, man leidet und hofft mit ihr bis zur letzten Seite.
Vio flieht mit ihren Eltern nach dem Sturz Ceausescus von Rumänien nach Deutschland. Als Banater Schwaben hat die Familie deutsche Wurzeln, wird aber in der neuen Heimat als Aussiedler für ihre Kleidung, ihre Sprache und ihre Sitten als Ausländer diskriminiert und wenig geachtet. Der Wunsch unbedingt dazu zu gehören lässt die Eltern extremen Druck auf ihre Tochter ausüben. Vio soll es leichter haben als sie, deutscher sein, angepasst sein, schön sein: gerader Rücken, gerade Zähne. Als Vios kleine Tochter nach einer Unglück bleibende Narben davon trägt, wird die Schuld für die Mutter erdrückend. Zu sehr ist sie gefangen im Streben nach Schönheit und Perfektion, um den Erwartungen ihrer Eltern gerecht zu werden.
Es ist bedrückend mitzuerleben, wie Vio unter der Entstellung ihrer Tochter und damit für sie dem Verlust der Schönheit leidet. Obwohl wir heute veraltete Schönheitsideale anprangern wissen wir doch, dass schöne Menschen es trotzdem immer noch leichter haben im Leben. Aber kann Vio wirklich etwas dafür oder ist sie geprägt durch die Erziehung ihrer Eltern? Dem gegenüber gestellt ist die Geschichte Theresias, in der Schönheit eher ein Fluch war.
Interessant ist die Geschichte der Banater Schwaben, über die mir bis jetzt nicht viel bekannt war.
Ein hoch emotionaler Roman, der nachdenklich macht und noch lange nachhallt. Er fesselt vom Prolog an bis zur letzten Seite, auch wenn das Ende für mich leider ein wenig zu schnell im Zeitraffer erzählt wird. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Ausführlichkeit für beide Frauen gewünscht, zumal das Buch mit 240 Seiten dazu durchaus noch Möglichkeiten geboten hätte. Aber trotzdem von mir eine unbedingte Leseempfehlung für den Schreibstil, die Spannung und die vielfältigen Themen.
Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt des Romans, Theresia und ihre Nachfahrin Vio.
Ihre Geschichten werden durch Perspektivwechsel erzählt, wobei Vios Leben gleich in zwei verschiedenen Ebenen zu Wort kommt: einmal in der Gegenwart als "Ich", einmal in der Vergangenheit als "Vio". Vereinzelt ergänzt wird die Perspektive durch die Banater Erde, was ein wenig befremdlich klingt, sich aber als sehr überzeugend und fast weise herausstellt.
Theresias Leben im 18 Jahrhundert erzählt von einer schönen jungen Frau, die ein hartes Leben erfahren muss. Sie wird in ein Straflager abgeschoben, erlebt Demütigung und Verlust, erleidet das Schicksal vieler Frauen in der damaligen Zeit. Ihr Leben zu verfolgen macht zornig und betroffen, man leidet und hofft mit ihr bis zur letzten Seite.
Vio flieht mit ihren Eltern nach dem Sturz Ceausescus von Rumänien nach Deutschland. Als Banater Schwaben hat die Familie deutsche Wurzeln, wird aber in der neuen Heimat als Aussiedler für ihre Kleidung, ihre Sprache und ihre Sitten als Ausländer diskriminiert und wenig geachtet. Der Wunsch unbedingt dazu zu gehören lässt die Eltern extremen Druck auf ihre Tochter ausüben. Vio soll es leichter haben als sie, deutscher sein, angepasst sein, schön sein: gerader Rücken, gerade Zähne. Als Vios kleine Tochter nach einer Unglück bleibende Narben davon trägt, wird die Schuld für die Mutter erdrückend. Zu sehr ist sie gefangen im Streben nach Schönheit und Perfektion, um den Erwartungen ihrer Eltern gerecht zu werden.
Es ist bedrückend mitzuerleben, wie Vio unter der Entstellung ihrer Tochter und damit für sie dem Verlust der Schönheit leidet. Obwohl wir heute veraltete Schönheitsideale anprangern wissen wir doch, dass schöne Menschen es trotzdem immer noch leichter haben im Leben. Aber kann Vio wirklich etwas dafür oder ist sie geprägt durch die Erziehung ihrer Eltern? Dem gegenüber gestellt ist die Geschichte Theresias, in der Schönheit eher ein Fluch war.
Interessant ist die Geschichte der Banater Schwaben, über die mir bis jetzt nicht viel bekannt war.
Ein hoch emotionaler Roman, der nachdenklich macht und noch lange nachhallt. Er fesselt vom Prolog an bis zur letzten Seite, auch wenn das Ende für mich leider ein wenig zu schnell im Zeitraffer erzählt wird. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Ausführlichkeit für beide Frauen gewünscht, zumal das Buch mit 240 Seiten dazu durchaus noch Möglichkeiten geboten hätte. Aber trotzdem von mir eine unbedingte Leseempfehlung für den Schreibstil, die Spannung und die vielfältigen Themen.