Eine tragische Familiengeschichte mit historischen Wurzeln im Banat

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easymarkt3 Avatar

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Über das besondere Leben dreier Frauen einer Familie aus Glogowitz im heutigen Rumänien wird reflektiert, angehäuft mit tief sitzenden, kaum zu überwindenden Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen der jüngsten Mutter namens Viola. Unverschuldet durch eine Unachtsamkeit verbrüht sie ihre zweijährige Tochter und scheint daran zu zerbrechen, hat sie doch deren Schönheit besonders im Gesicht und damit automatisch Glück in deren Leben zerstört. Das hier vorgestellte Bild von Frauen, deren Währung Schönheit ist, wird hier am Beispiel von Viola im 1960 - er Deutschland und Theresia im Banat im 18. Jahrhundert vorgestellt. Diese weit zurückliegende Geschichte von Keuschheitskommissionen, von der habsburgischen Kaiserin Maria Theresia eingesetzt, geht hier gegen unzüchtige Weibspersonen vor und bestraft sie mit Deportation in Arbeitscamps im Banat. Thematisiert werden Mutterschaft, Flucht bzw. Auswanderung und Neuanfänge nach politischen Ereignissen. Der klare Schreibstil betont besonders Violas emotionale Anpassungsschwierigkeiten in Deutschland, begleitet von Isolation, Scham, Ängsten und Erfolgsdruck gegenüber gesellschaftlichen und familiären Erwartungen, gekoppelt mit Fremdheitsgefühlen bis ins Erwachsenenalter hinein. Die tiefen Schuldgefühle gegenüber ihrer mit sichtbaren Narben versehenen Tochter Sophie werden sprachlich beklemmend betont. Viola will für ihr Kind das schönste aller Leben sichern.
Ein Familienroman über Donauschwaben der 1960-er Jahre mit überzeugendem Tiefgang.