Ergreifend
In Betty Boras`Debutroman „Das schönste aller Leben“ werden mehrere Schicksale/Geschichten auf verschiedenen Zeitebenen behandelt. Eine der „Heldinnen“ ist Vio, die aus dem Banat kommt und mit ihrer Familie Rumänien verlässt, um sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Vieles, was hier geschildert wird, kenne ich aus meinem Leben, auch wenn meine Familie nicht aus dem Banat kommt, aber den gleichen Hintergrund hat. Man ist fremd in diesem neuen Land, die deutsche Sprache, die man in der Heimat gesprochen hat, passt nicht hierher und man schämt sich manchmal tatsächlich für die Eltern und Großeltern, die sich schwer tun, diese alte deutsche Sprache abzulegen. Scham kommt in solch einem Leben immer vor. Man will nicht auffallen, möchte in der Masse untertauchen und, wenn schon auffallen, dann wegen des Fleißes und der Redlichkeit. All das bestimmt auch Vios Leben und ihr drängendster Wunsch ist ein schönes, besseres und unbefangenes Leben für ihre Tochter. Als ein Unglück anscheinend alle Pläne über den Haufen wirft, ist Vio komplett verzweifelt.
Auch die zweite Geschichte dreht sich um eine Frau und ihre Schönheit, die zum Fluch wird. Im 18. Jahrhundert als Waise bei einer Familie aufgewachsen, der es wirtschaftlich gut geht und die sie wie eine Tochter behandelt, zerbricht auch ihr Leben, als es Gerüchte gibt und letztendlich die Keuschheitskommission auf den Plan tritt und sie in ein Arbeitslager verschleppt.
Ein ergreifendes Buch, das man nicht nur so nebenbei liest und das besonders, wenn die eigene Familie eine ähnliche Herkunftsgeschichte hat, einen sehr berührt.