intensive Geschichte

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
moidlvomberch Avatar

Von

Was mich an Betty Boras’ „Das schönste aller Leben“ besonders beeindruckt hat, ist diese feine Beobachtungsgabe für Dinge, die wir oft stillschweigend hinnehmen. Die Geschichte springt zwischen heute und dem 18. Jahrhundert, wodurch einem erst richtig bewusst wird, wie zeitlos dieser Druck eigentlich ist, als Frau „funktionieren“ oder einem Ideal entsprechen zu müssen. Man liest nicht nur eine Geschichte, sondern fängt automatisch an, über die eigene Familiengeschichte nachzudenken.
Der Stil ist angenehm ehrlich und emotional, ohne dabei jemals in Klischees abzudriften. Es ist eines dieser Bücher, die man nicht einfach nur wegliest, sondern die noch Tage später im Kopf nachhallen, weil sie so greifbar machen, wie sehr unsere Herkunft uns prägt. Für mich ist es ein absoluter Tipp, wenn man Lust auf eine Geschichte hat, die zwar fordernd ist, einen aber mit einem tieferen Verständnis für die eigenen Wurzeln belohnt.