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Dieses Buch erforscht die Themen Frauen, Mutterschaft und das Gefühl, dazuzugehören, durch drei miteinander verwobene Erzählstränge.

1. Vio flieht mit ihren Eltern von Rumänien nach Deutschland. Trotz ihrer deutschen Abstammung werden sie als Ausländer behandelt, was Vio zutiefst belastet, da sie sich nichts sehnlicher wünscht, als dazuzugehören und unauffällig zu bleiben.

2. Die Ich-Erzählerin ringt mit Schuldgefühlen und Selbstzweifeln, nachdem ihre Tochter durch einen vermeidbaren Unfall Narben davonträgt. Sie fragt sich, wie ihre Tochter jemals wieder glücklich werden kann.

3. Theresia wächst im 18. Jahrhundert bei der Familie auf, für die ihre Mutter vor ihrem Tod gearbeitet hat. Ihre Schönheit bringt ihr Anerkennung ein, die letztendlich zu ihrem Untergang führt und sie in die Sklaverei verkauft wird.

Im Laufe des Romans verweben sich die anfangs getrennten Erzählstränge zu einem einzigen, wobei die Banater Erde als verbindendes Element dient.

Ich fand leicht in das Buch hinein; es las sich flüssig und zog mich sofort in seinen Bann. Besonders fesselnd fand ich Vios Geschichte, ihre Ängste und ihren tiefen Wunsch, dazuzugehören und integriert zu sein, sowie den historischen Kontext von Theresias Erzählung.

Dieses intensive Buch hat mich in einigen Momenten emotional fast überfordert. Bestimmte Passagen sind so eindringlich geschrieben, dass man sie am eigenen Leib zu erleben scheint, was für mich an die Grenze des Erträglichen ging. Natürlich ist dies individuell sehr unterschiedlich und hängt auch vom Zeitpunkt des Lesens ab.

Der Titel und das schöne Cover lassen auf ein Wohlfühlbuch hoffen, dies ist es nicht!
Ob das Buch etwas für Euch ist, müsst Ihr selbst herausfinden.