Interessant aber mit Schwächen
Mit den Banater Schwaben habe ich mich bis jetzt noch nie wirklich beschäftigt, daher kam mir dieses Buch sehr gelegen, um mein geschichtliches Wissen auszuweiten. Boras erzählt eine Familiengeschichte – oder genauer gesagt mehrere miteinander verwobene Familiengeschichten: In den Kapiteln über Vio wird ihr Aufwachsen als Tochter von Eltern geschildert, die aus Rumänien nach Deutschland geflohen sind, und ihr Leben in der neuen Heimat. In den Ich-Passagen kommt Vio selbst zu Wort und berichtet von ihrem Erwachsenenleben, das von einem Unfall mit ihrer Tochter überschattet wird. Dieser lässt sie nicht los, zumal ihre Tochter dabei im Gesicht entstellt wurde. Am eindrücklichsten fand ich jedoch die Geschichte von Theresa, einer Vorfahrin Vios, die als Strafe nach einer Verfehlung nach Rumänien geschickt wird.
Alle Geschichten sind - auch "nur" für sich - sehr interessant. Der Wechsel von Kapitel zu Kapitel bietet Abwechslung, leider geht dadurch auch nötige Tiefe verloren. Die Figuren bleiben an der Oberfläche, mehr Tiefe und Ausarbeitung hätte dem Roman gut getan. Man spürt schon das erzählerische Potential, das jedoch von der Autorin nicht ausgeschöpft wird.
So bleibt ein insgesamt lesenswerter Roman, der wichtige Themen anspricht und neugierig macht, aber emotional nicht ganz die nachhaltige Wirkung entfaltet, die er hätte erreichen können.
Alle Geschichten sind - auch "nur" für sich - sehr interessant. Der Wechsel von Kapitel zu Kapitel bietet Abwechslung, leider geht dadurch auch nötige Tiefe verloren. Die Figuren bleiben an der Oberfläche, mehr Tiefe und Ausarbeitung hätte dem Roman gut getan. Man spürt schon das erzählerische Potential, das jedoch von der Autorin nicht ausgeschöpft wird.
So bleibt ein insgesamt lesenswerter Roman, der wichtige Themen anspricht und neugierig macht, aber emotional nicht ganz die nachhaltige Wirkung entfaltet, die er hätte erreichen können.