Leben in der Schönheit

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martina83 Avatar

Von

„Wieso immer dieses Glück? Es brachte ihr keine Erleichterung.“ S. 174



Inhalt:

1760: Theresia lebt in einer Pflegefamilie bei Wien. Ihr stehen 2 Wege offen. Entweder sie heiratet ihren „Bruder“ oder jemanden aus dem Dorf oder sie geht ins Kloster. Doch dann kommt alles anders als sie sich auszumalen vermochte. 300 Jahre später wird Vio, Theresias Nachfahrin begleitet. Als Kind kam sie mit ihren Eltern von Rumänien nach Deutschland und muss sich durch Fleiß und Schönheit beweisen. Jahre später ist sie selbst Mutter. Doch ihr Leben ist von Selbstzweifeln überfüllt, da sie sich die Schuld eines Unfalls gibt, der das Gesicht ihrer Tochter vernarbt hat.



Cover:

Das Cover ist sehr schön. Man sieht eine weite Landschaft im Sonnenschein, die sowohl zu Deutschland als auch zu Rumänien passt.



Meine persönliche Meinung:

Das Buch lässt mich ein wenig zwiegspalten zurück. Einerseits wollte ich weiterlesen und mich interessierten alle Erzählperspektiven. Andererseits zog es sich und ich war ein wenig genervt von Vio. Man braucht ein wenig um durchzublicken, dass „ICH“ und „Vio“ die selbe Person sind, nur als Erwachsene oder als Jugendliche. Dann gibt es noch Theresia, eine Vorfahrin. Durch den Stammbaum dürfte sich das Thema Schönheit ziehen. Die eine wird für ihre Schönheit verflucht, die andere muss dafür leiden und die jüngste wird durch einen Unfall vernarbt und der typischen Schönheit beraubt. Der Lebensverlauf wird durch die Schönheit der Personen definiert und das finde ich sehr schade. Zum Glück lässt sich Vio endlich helfen und kann besser mit dem Unfall umgehen. Dieses Thema definiert und überschattet alle Generationen. Das Thema der Heimat rückt dadurch in den Hintergrund. Das finde ich sehr schade, denn ich habe ähnliche Wurzeln. Meine Großeltern kamen auch ungefähr aus dieser Gegend und die Vorfahren sollten das Land urbar machen. Scheinbar bleiben sie immer unter sich. Doch bei uns Kindern kommen fremdländische wurzeln durch. Dunklere Haut, schwarze Haare, usw. passt irgendwie zu Rumänien. Als die Autorin schrieb, dass die Großeltern eigene deutsche Wörter benutzen, erinnerte mich das auch an meine, obwohl es da nicht so extrem war. Das fand ich ein wenig schade, dass dieses Thema von Heimat und was Heimat bedeutet, eigentlich nur am Anfang intensiver auftaucht und recht schnell abflacht. Obwohl es ein eher kurzes Büchlein ist, brauchte ich recht lange. Ich bin sicher, es findet die passende Leserschaft - nur ich bin es leider nicht - und die Autorin schreibt noch weitere Bücher, denn der Schreibstil gefiel mir gut. 



Fazit:

Ein Familiengeschichte, bei der gewisse Themen über Generationen hinweg bedeutend sind und das Leben beeinflussen.