Meisterhaft

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frauatze Avatar

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Ich hatte große Erwartungen an das Buch, weil es im Vorfeld so stark beworben wurde. Und natürlich Angst, dass diese Erwartungen nicht erfüllt werden könnten.

Erzählweise, Sprache und die Geschichte haben meine Erwartungen jedoch noch übertroffen!
Auf zwei Erzählebenen begegnen wir zwei starken Frauenfiguren, Theresia, die etwa im 19. Jahrhundert im Banat, in Rumänien lebt und Viola, die zur jetzigen Zeit lebt. Beide erleben Schicksalsschläge, die man nicht vergleichen kann, die jedoch etwas gemeinsam haben. Das eigene Aussehen, die Schönheit, und deren Umgang und deren Erwartungen und Folgen. Viola möchte das „schönste aller Leben“ für ihre Tochter ist damit doch auch gefangen in ihrer eigenen Erziehung, denn „was sollen denn die Nachbarn denken“ zieht sich wie ein roter Faden von Theresias Anschuldigungen der Keuschheitskommission bis ins Jetzt zu Viola.
Betty Boras schreibt poetisch, kraftvoll und so voller Wärme und Kraft, dass mir warm ums Herz wurde. Ihr Sprachstil hat mich sehr an Iris Wolff erinnert, die ich sehr schätze.
Es bleiben viele Dinge, die nachhallen und eine Geschichte, die mit einer Linde einen Kreis schließt, ein gelungenes Debüt!