Mütter und Töchter und das Erbe, Schönheitsidealen zu entsprechen

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oneveganbooknerd Avatar

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Vio durchlebt in ihrer Jugend den Drang, so wie eigentlich jeder Teenie, sich anzupassen. Bloß nicht auffallen oder anders sein als die Klassenkamerad*innen. Extra schwierig gestaltet sich dies jedoch, wenn man 23 Stunden am Tag ein Stützkorsett tragen muss, um dem sich langsam entwickelnden Buckel entgegenzuwirken. Als Vio erwachsen ist, sieht sie sich erneut gesellschaftlichen Schönheitsidealen ausgesetzt. Doch diesmal geht es nicht um sie. Sie fürchtet sich davor, was Menschen über ihre kleine Tochter denken könnten. Die Kleine trägt seit einem Unfall sichtbare Narben im Gesicht. Vio kann sich seit dem Unfall selbst nicht verzeihen. Die Schuldgefühle holen sie immer stärker ein, sie scheint an ihnen zu zerbrechen...

In "Das schönste aller Leben" geht es neben den gesellschaftlichen Schönheitsidealen und deren Bedeutung für die einzelnen Frauen einer Familie auch um Schuld, (Über-)Leben und Traumata. Im Fokus stehen hier vor allem die Mutter-Tochter-Beziehungen, die schonungslos und intensiv erzählt werden.
Betty Boras erzählt leise, aber kraftvoll vom Leben ihrer Protagonistinnen. Die Geschichte hat mich zutiefst berührt und ich wollte gar nicht, dass das Buch endet. Die Autorin lädt dazu ein, selbst noch einmal die eigenen Schönheitsideale zu hinterfragen und in sich selbst hineinzuhören, was Schönheit eigentlich ganz individuell bedeuten kann.

Für mich ist "Das schönste aller Leben" jetzt schon ein Jahreshighlight und eines der stärksten Debüts 2026.