Pure Begeisterung
Ist ein schönes Leben nur dann möglich, wenn wir selbst schön sind? Stellt sich das Glück automatisch ein bei den Schönen? Was aber geschieht, wenn Schönheit verschwindet – durch äußere Faktoren oder durch innere Prozesse?
Dass eine Mutter sich nichts sehnlicher wünscht, als ein hübsches Kind, ist verständlich. Sie kennt alle Vorzüge, die heutzutage elementar mit Schönheit verbunden sind. Umso härter trifft sie die Schuld, das Leben ihrer eigenen Tochter unwiederbringlich zerstört zu haben. So zumindest fühlt es sich für sie an. Und genau dieses Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit ist es, an dem sie vollends zu zerbrechen droht.
Vio kämpft als Ich-Erzählerin nicht nur mit dem Scheitern an gesellschaftlichen Erwartungen, die mit der Rolle als Mutter einhergehen. Vielmehr kämpft sie seit einem Unfall ihrer kleinen Tochter mit sich selbst. Aus der auktorialen Sicht begleiten wir Vio in die Vergangenheit, lernen viel über
die Flucht mit ihren Eltern aus dem rumänischen Banat nach Deutschland und über eine Kindheit, jenseits „bunter Glitzertage“. Zutiefst bewegend ist Theresias Schicksal im 18. Jahrhundert, deren Schönheit ihr zum Verhängnis wird. Zuletzt kommt auch die Banater Erde zu Wort und vermittelt Weisheiten, die zur tieferen Auseinandersetzung einladen.
Betty Boras gelingt es nicht nur meisterlich, das Schicksal von Müttern und Töchtern miteinander zu verbinden, sondern dabei auch ganz neue Wege zu gehen. Zunächst inhaltlich, indem sie ein Tabu bricht und sich der Frage widmet: Was passiert, wenn wir für unser Kind nicht mehr stark sein können? Wenn wir nicht das geben können, was von einer Mutter erwartet wird?
- Aber auch stilistisch, indem sie gekonnt unterschiedliche Erzählstränge, Zeitebenen und Perspektiven so stimmig miteinander kombiniert, dass eine Unterbrechung des Lesens unmöglich erscheint. Viel zu spannend ist es, Zusammenhänge zu ergründen und dem Wesen der Protagonistinnen auf die Spur zu kommen.
Ein starkes Debüt, das zur Reflexion über Schönheitsideale und all jene Idealvorstellungen einlädt, die uns begrenzen - während der Lektüre und auch weit darüber hinaus.
Dass eine Mutter sich nichts sehnlicher wünscht, als ein hübsches Kind, ist verständlich. Sie kennt alle Vorzüge, die heutzutage elementar mit Schönheit verbunden sind. Umso härter trifft sie die Schuld, das Leben ihrer eigenen Tochter unwiederbringlich zerstört zu haben. So zumindest fühlt es sich für sie an. Und genau dieses Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit ist es, an dem sie vollends zu zerbrechen droht.
Vio kämpft als Ich-Erzählerin nicht nur mit dem Scheitern an gesellschaftlichen Erwartungen, die mit der Rolle als Mutter einhergehen. Vielmehr kämpft sie seit einem Unfall ihrer kleinen Tochter mit sich selbst. Aus der auktorialen Sicht begleiten wir Vio in die Vergangenheit, lernen viel über
die Flucht mit ihren Eltern aus dem rumänischen Banat nach Deutschland und über eine Kindheit, jenseits „bunter Glitzertage“. Zutiefst bewegend ist Theresias Schicksal im 18. Jahrhundert, deren Schönheit ihr zum Verhängnis wird. Zuletzt kommt auch die Banater Erde zu Wort und vermittelt Weisheiten, die zur tieferen Auseinandersetzung einladen.
Betty Boras gelingt es nicht nur meisterlich, das Schicksal von Müttern und Töchtern miteinander zu verbinden, sondern dabei auch ganz neue Wege zu gehen. Zunächst inhaltlich, indem sie ein Tabu bricht und sich der Frage widmet: Was passiert, wenn wir für unser Kind nicht mehr stark sein können? Wenn wir nicht das geben können, was von einer Mutter erwartet wird?
- Aber auch stilistisch, indem sie gekonnt unterschiedliche Erzählstränge, Zeitebenen und Perspektiven so stimmig miteinander kombiniert, dass eine Unterbrechung des Lesens unmöglich erscheint. Viel zu spannend ist es, Zusammenhänge zu ergründen und dem Wesen der Protagonistinnen auf die Spur zu kommen.
Ein starkes Debüt, das zur Reflexion über Schönheitsideale und all jene Idealvorstellungen einlädt, die uns begrenzen - während der Lektüre und auch weit darüber hinaus.