Unbedingte Leseempfehlung!

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lieblingslibri Avatar

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Als ich vor gut einem Jahr gehört habe, dass Betty Boras einen Roman rausbringt, war ich super neugierig. Die Inhaltsangabe hat mich aber zögern lassen – ein historischer Erzählstrang, und Schönheit als Thema? Hm. Vielleicht gar nicht so meins. Neugierig wie ich bin, wollte ich natürlich trotzdem reinlesen, hab das dann auch getan – und habe das Buch direkt innerhalb eines Tages verschlungen. Wie gut war das denn bitte?!

Es geht um Theresia, eine junge Frau, die im 18. Jahrhundert nach Rumänien verschleppt wird, als Strafe der Keuschheitskommission. Zu auffällig ist ihre Schönheit, ist ihre Beziehung zu dem jungen Pfarrer. Zwei Jahrhunderte später wächst Vio in Rumänien auf, zieht als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland, wo sie alles tut, um dazuzugehören. Sie will “normal” sein, will nicht auffallen, und dass ihre Mutter möchte, dass sie wegen ihrer schlechten Körperhaltung ein Korsett trägt, das ihren Rücken gerade und schön machen soll, ist das das Schlimmste, das sie sich überhaupt vorstellen kann. Jahrzehnte später ist sie selbst Mutter – und kämpft mit Schuldgefühlen, nachdem ein von ihr verursachter Unfall das hübsche Gesicht ihrer Tochter entstellt.

‘Das schönste aller Leben’ entwickelt nach wenigen Seiten eine Sogwirkung; ist ähnlich atmosphärisch wie Regina Denks ‘Die Schwarzgeherin’ und packend wie Guadeloupe Nettels ‘Die Tochter’ oder ‘Ein schönes Ausländerkind’ von Toxische Pommes. Es geht darin um die Schönheit von Frauen, Erwartungen an Frauen, und wie das eine mit dem anderen fest zusammenhängt. Zwischen den Frauen kommt auch die Banater Erde zu Wort, jener Fleck in Rumänien, wo die Geschichte zum Teil spielt: denn Heimat und Mutterschaft, auch das sind zwei Konzepte, die eng zusammenhängen; wir wachsen aus ihr, und sie opfert ihren Körper für uns, ihr Blut.
Also, um es kurz zu machen: Unbedingte Leseempfehlung!