Unerwartet intensiv

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pusteblümchen Avatar

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Über das rumänische Banat wusste ich bisher nicht viel. Hier geht es nun um zwei Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten mit dem Banat verbunden sind.
Im 18.Jahrhundert geht es um Theresia, die im Banat lebt, da sie Wien wegen einer verbotenen Liebschaft verlassen musste.
Vio flieht kurz nach dem Sturz der Diktatur mit ihrer Familie aus dem rumänischen Banat nach Deutschland.
Diese beiden Erzählstränge werden im Wechsel erzählt.
Die Veränderungen, die die Aussiedlung mit sich bringt, sind für Vio und ihre Eltern nicht einfach. Alles ist fremd, die Sprache, die Kleidung, das Essen. Man erfährt viel über die Sitten und Gebräuchen und auch darüber, dass Mädchen in erster Linie schön zu sein hatten. Eine gesellschaftliche Vorgabe, die Vio tief in sich verwurzelt hat.

Es ist ein Buch über Heimat, Herkunft, Verwurzelung, Zugehörigkeit, Schönheit, Normen, Oberflächlichkeit, Erwartungen und Ausgrenzung.
Neben der Familiengeschichte mit emotionalen Erlebnissen beinhaltet es gesellschaftskritische Themen, die zum Nachdenken anregen.

Schöne Menschen haben es im Leben leichter, erschreckend, aber leider sehr wahr.
Mich hat dieser intensive Roman sehr berührt.