Was ein Leben wirklich schön macht
Betty Boras Roman „Das Schönste aller Leben“ ist ein Debütroman, der überzeugt. Er berührt, lässt Raum für eigene Gedanken rund um das Thema, was den Menschen wirklich „schön“ macht und damit jedes Leben besonders werden lässt.
Das Ganze spielt rund um das Banat, das auch zum Sprechen kommt: „Zu viele Jahre habe ich mich in euch eingeschrieben. In eure Gesichter, euren Gang, eure Aussprache.“ (S.213). „Ihr pflanzt alle Hoffnung in die, die nach euch kommen. Nicht alle werden stark genug sein, diese Bürde zu tragen.“ (S.214) Und darum geht es auch - die Bürde, die die Vorfahren tragen, alles richtig zu machen, damit es die Nachkommen „schöner“ haben und deren Versuche, damit klar zu kommen und eine eigene Identität zu entwickeln. Da spielen sicherlich auch eigene Erfahrungen der Autorin hinein, die in Rumänien geboren ist und als Kind nach Deutschland kam.
Das Buch ist mehrschichtig angelegt: Mit der Darstellung der Hauptfigur Vio aus der 3.Person und der Ich-Perspektive sowie Theresia, die im 18. Jahrhundert lebt. Für Vio ist das entstellte Gesicht ihres Kindes ein großes Problem. Sie gibt sich die Schuld an dem Unfall, der dazu geführt hat, und weiß zugleich aufgrund ihrer Erfahrungen als Aussiedlerkind, dass derjenige, der anders ist, auffällt und damit nicht dazu gehört. Auch Theresias Thema ist ihre Schönheit, die für sie sowohl Privileg als auch Last ist.
Ein Buch, dessen Thema noch lange nachhallt und das viele Leser verdient.