Was Schönheit mit uns macht

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Was Schönheit mit uns macht

In „Das schönste aller Leben” von Betty Boras begleiten wir Vio: zunächst als Kind im rumänischen Banat, dann als Jugendliche in Deutschland und schließlich als Mutter. Parallel dazu wird die Geschichte von Theresia im 18. Jahrhundert erzählt. Zwei Frauen. Zwei Leben. Verbunden durch Herkunft, Familie und die Frage, wie sehr das Leben und besonders das Leben von Frauen von äußeren Zuschreibungen geprägt wird.

Im Zentrum steht dabei das Thema Schönheit. Schönheit als Ideal, als Erwartung, als gesellschaftliche Währung. Und auch als Last. Was bedeutet es, nicht diesem Ideal zu entsprechen? Was macht es mit einer Mutter, wenn sie glaubt, für die vermeintliche „Nichtschönheit“ ihres Kindes verantwortlich zu sein? Diese Perspektive hat mir besonders gefallen und zum Nachdenken angeregt.

Das Buch ist dünn und schmal. Das heißt aber nicht, dass es mit wenigen Themen auskommt. Es handelt von Migration, Mutterschaft, transgenerationalen Prägungen, Familie und eben Schönheit. Mir haben die Themen sehr gut gefallen, da sie viel Raum zum Nachdenken lassen. Sicherlich hätten sie auch auf 440 statt 240 Seiten Platz gefunden. Als Fan von dünnen Büchern finde ich die Ausgabe natürlich super. Gegen Ende ging es mir jedoch etwas zu schnell. Da hätte die Entwicklung ruhig noch etwas langsamer stattfinden können.

Insgesamt ist „Das schönste aller Leben“ für mich ein gelungenes Debüt. Das hat mich definitiv überrascht! Es ist ein Buch, das viele Themen in kurzer Form behandelt und dabei mit einer großen Intensität überzeugt. Einziger Wermutstropfen: Das Cover spiegelt für mich nicht ganz die Schwere und Vielschichtigkeit des Inhalts wider.