Leiser Einstieg voller Spannung!

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larifari23 Avatar

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Schon die ersten Seiten der Leseprobe haben mich stark gepackt. Der Einstieg fühlt sich (zu) ruhig, ä und gleichzeitig irgendwie beklemmend an. Man merkt sofort, dass da noch mehr kommt! Ursula Poznanski beschreibt Violas Situation sehr sachlich und unaufgeregt, wodurch das Geschehen umso eindringlicher wirkt. Besonders gelungen finde ich die innere Stimme der Protagonistin: nüchtern, ironisch, und dadurch sehr authentisch. Violas Gedanken nach dem Verlust ihres Beins wirken schmerzhaft real, man kann sich sehr gut in ihre Situation versetzen.

Der Schreibstil ist klar und atmosphärisch, mit vielen Details, die sich unmerklich festsetzen. Schon früh entsteht ein unterschwelliger Unbehagensfaktor, vor allem im Zusammenspiel mit Adams Verhalten. Nach außen wirkt er fürsorglich, doch kleine Beobachtungen und innere Kommentare lassen Zweifel aufkommen. Diese leisen Irritationen haben bei mir große Spannung erzeugt.

Besonders spannend finde ich die Verbindung aus psychologischem Thriller und digitalen Elementen. Die Idee, mithilfe von Standortdaten und Trackern nach Wahrheit zu suchen, wirkt zeitgemäß und beunruhigend zugleich. Man ahnt früh, dass Technik hier auch neue Abgründe eröffnet.

Ich erwarte eine dichte, psychologisch raffinierte Geschichte, die mit Wahrnehmung, Abhängigkeit und Macht spielt. Die Leseprobe hat bei mir viele Fragen aufgeworfen und genau das Bedürfnis geweckt, weiterzulesen, um herauszufinden, wie viel von Violas Verdacht Realität ist – und wem sie überhaupt noch trauen kann.