Spannung zwischen Kliniklicht und dunklen Fragen

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troegsi Avatar

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Die Leseprobe von „Das Signal“ beginnt wie eine Krankenhausserie – doch schnell wird klar, dass hier etwas anderes erzählt wird. Nicht aus der Perspektive von Ärzt*innen, sondern aus der Sicht einer Patientin, der ein Bein amputiert wird. Diese Nähe zum Erleben hat mich sofort getroffen.
Die Protagonistin bewegt sich zwischen nüchterner Akzeptanz und dem drohenden emotionalen Zusammenbruch. Genau dieses Schwanken macht die Szene so eindringlich. Besonders berührt hat mich die Beziehung zu ihrem Mann, der mit großer Selbstverständlichkeit für sie da ist – aufmerksam, liebevoll, fast still. Dass er sogar seinen Standort auf dem neuen Handy freigibt, wirkt wie ein kleines Detail, das viel über Vertrauen und Verbundenheit erzählt.
Gleichzeitig bleibt von Anfang an etwas Ungeklärtes im Raum. Warum war sie überhaupt in dem eingestürzten Raum? Die Befragung durch die Polizei verstärkt diese Unsicherheit und sorgt für eine leise, aber stetig wachsende Spannung. Auch der Besuch der besten Freundin bringt keine Klarheit, sondern wirft weitere Fragen auf.
Ursula Poznanski versteht es erneut, Atmosphäre aufzubauen, ohne zu erklären, und Spannung zu erzeugen, ohne zu überladen. Die Leseprobe lässt einen emotional zurück – bewegt, verunsichert und neugierig.
Ich hatte nach diesen Seiten vor allem eines: das dringende Bedürfnis, dieses Buch weiterzulesen.