Wie gewohnt von Poznasnski!

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Mir hat die Leseprobe insgesamt sehr gut gefallen. Schon das Buchcover vermittelt für mich eine kühle, leicht unheimliche Stimmung und passt damit perfekt zu dem psychologischen Thriller, der sich andeutet. Der Schreibstil ist klar, ruhig und sehr präzise – fast sachlich –, was den drastischen Ereignissen eine besondere Intensität verleiht. Gerade weil vieles nicht ausgeschmückt wird, wirkt Violas Situation umso bedrückender und realer.

Der Spannungsaufbau funktioniert für mich vor allem über das Ungesagte. Die Amputation, der fehlende Erinnerungsfetzen und die Frage, was im Weinkeller wirklich passiert ist, erzeugen von Anfang an eine unterschwellige Spannung. Besonders fesselnd fand ich die Beziehung zwischen Viola und Adam: Nach außen wirkt er fürsorglich, doch in ihren Gedanken spürt man früh Risse, Zweifel und ein leises Misstrauen. Das macht neugierig und leicht unruhig beim Lesen.

Von der Geschichte erwarte ich weniger einen klassischen Actionthriller als vielmehr ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem nach und nach Geheimnisse ans Licht kommen. Ich würde das Buch gerne weiterlesen, weil ich wissen möchte, was wirklich hinter dem Unfall steckt – und weil mich Violas innere Stimme, ihre Beobachtungen und ihr trockener, manchmal bitterer Humor emotional sehr nah an die Figur herangeführt haben.